Von (gb) |
19.08.2009
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Wunsiedel
Duell mit Garry Kasparow
Oliver Zier aus Wunsiedel trifft in Zürich auf den ehemaligen Schach-Weltmeister
Wunsiedel. (gb) Nur wenige Amateursportler haben in ihrer Laufbahn das Glück, einmal gegen einen der Besten der Welt anzutreten. Für Oliver Zier aus Wunsiedel wird dieser Traum am 22. August Wirklichkeit. An diesem Tag trifft der 14-jährige Schachspieler in Zürich auf den ehemaligen Weltmeister Garry Kasparow aus Russland.
"Champions gegen Amateure" heißt es am Samstag in der Schweiz beim Jubiläum "200 Jahre Schachgesellschaft Zürich". Acht Weltklasse-Spieler, darunter alle noch lebenden Weltmeister, treten simultan gegen 200 Underdogs an. Neben Kasparow (Weltmeister von 1985 bis 2000) sind unter anderem noch Anatoly Karpow (1975 bis 1985), Boris Spassky (1969 bis 1972), Vladimir Kramnik (2000 bis 2007) und Viswanathan Anand (amtierender Weltmeister) am Start. Jeder Topmann trifft bei dem Simultan-Turnier auf 25 Herausforderer.
15 Jahre Weltmeister
Oliver Zier schaffte den Sprung nach Zürich durch ein Internet-Quiz - und das Losglück bescherte dann Kasparow als Gegner. "Dieses Turnier hat für mich einen sehr hohen Stellenwert, denn ich werde wahrscheinlich nie wieder auf so einen Gegner treffen", freut sich der 14-Jährige auf das Duell. Und sein Vater Ludwig ergänzt: "Kasparow ist der beste Schachspieler aller Zeiten." Der Russe, der 2006 seine Karriere beendet hat und seitdem nur noch Schaukämpfe bestreitet, war 15 Jahre Weltmeister und gewann sieben Mal die Schach-Olympiade.
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19.08.2009
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Wunsiedel
Duell mit Garry Kasparow
Oliver Zier aus Wunsiedel trifft in Zürich auf den ehemaligen Schach-Weltmeister
Oliver Zier ist bei dem Großereignis in der Bahnhofshalle im Züricher Hauptbahnhof nicht alleine. Seine 18-jährige Schwester Verena hat das Glück, einen frei gewordenen Platz einzunehmen. Sie trifft auf den Bulgaren Veselin Topalov, momentan die Nummer eins der Weltrangliste.
Im Alter von sechs Jahren entdeckte der Gymnasiast mit dem Berufsziel Physiker die Liebe zum "königlichen Spiel" - durch seinen Vater, der seit seinem neunten Lebensjahr blind ist. Ludwig Zier kann dabei auf eine Reihe von Erfolgen zurückblicken. Unter anderem wurde er vier Mal deutscher Meister im Blindenschach, belegte bei der Weltmeisterschaft den vierten Platz und gewann mit der Mannschaft die Bronzemedaille bei der Schach-Olympiade.
Auch Oliver, der in der Regionalliga für den SC Forchheim am zweiten Brett spielt und in der Zweitliga-Truppe der Oberfranken als Ersatzspieler gemeldet ist, hat bereits Erfolge aufzuweisen. In Deutschland gehört der 14-Jährige zu den besten drei seiner Altersklasse. Ende Juni gewann er mit der Forchheimer U14 die bayerische Mannschaftsmeisterschaft. Bei deutschen Meisterschaften war Oliver Zier 2005 Dritter (U10) und 2007 Siebter (U12). Auch international hat er schon Erfahrungen gesammelt: Bei den WM-Teilnahmen auf Kreta 2004 und in Frankreich 2005 landete er mit sechs von elf möglichen Punkten unter 130 Startern jeweils um Rang 40.
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19.08.2009
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Wunsiedel
Duell mit Garry Kasparow
Oliver Zier aus Wunsiedel trifft in Zürich auf den ehemaligen Schach-Weltmeister
Das Turnier in Zürich ist für die Zier-Geschwister die richtige Einstimmung auf einen weiteren Höhepunkt. Ab 30. August nehmen Verena (U18) und Oliver (U14), die seit 2009 bei internationalen Wettbewerben für Liechtenstein starten, an der Europameisterschaft in Ferno (Italien) teil. Den Schritt, dem Deutschen Schachbund (DSB) den Rücken zu kehren, begründet Vater Ludwig mit "sportlichen Überlegungen". Oliver sei drei Jahre im deutschen Kader gewesen, habe aber zu wenig Förderungen bekommen.
Nach der EM ist für Oliver Zier zunächst einmal nur Training (zwischen eineinhalb und zweieinhalb Stunden pro Tag) und der Punktspielbetrieb mit dem SC Forchheim angesagt, ehe im Dezember die deutschen Mannschaftsmeisterschaften auf dem Programm stehen. 2010 ist die Teilnahme an einigen hochkarätigen Turnieren, unter anderem im Januar am Meisterturnier in Marienbad, geplant.
FIDE-Meister das Ziel
Langfristig sind im Hause Zier die Ziele klar abgesteckt. "Im Schach gibt es drei internationale Titel", erklärt Vater Ludwig: "Großmeister, internationaler Meister und FIDE-Meister." Der FIDE-Meister - ein Titel, der durch den Weltschachbund FIDE nach Erreichen einer bestimmten Punktzahl auf Lebenszeit verliehen wird - sei für Oliver in zwei bis drei Jahren realisierbar, meint der Vater.