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Amberg/Weiden
Oberpfalz rüstet kräftig ab
Folgen des Amoklaufs von Winnenden wirken nach: Immer mehr Waffen werden zurückgegeben
Am 11. März 2009 erschoss ein 17-jähriger Schüler in Winnenden bei Stuttgart 15 Menschen und sich selbst. Der Amoklauf ist die Hauptursache dafür, dass immer mehr Waffen bei den Behörden freiwillig abgegeben werden - auch in der Oberpfalz.In der Stadt Amberg zum Beispiel wurden alle Waffenbesitzer angeschrieben - 32 haben daraufhin ihre Revolver, Pistolen oder Gewehre zum Rathaus gebracht. Auch Weiden ist in jüngster Zeit mit rund zehn freiwilligen Rückgaben ein Anstieg zu verzeichnen. Am auffälligsten ist die "Abrüstung" im Landkreis Schwandorf: Hier wurden in den letzten sechs Wochen 45 Waffen freiwillig abgegeben. Im gleichen Vorjahreszeitraum waren es nur elf Waffen.
Als einer der Hauptgründe wird hier die teure sichere Verwahrung der Schießgeräte genannt. Diese beläuft sich auf mindestens 200 Euro - und ist damit oft kostspieliger als die Waffe selbst. In allen Behörden wird jedoch die derzeit mögliche straffreie Rückgabe illegal erworbener Waffen als Flop bezeichnet: Keine Einzige wurde bisher in der Region zurückgegeben. Innenminister Joachim Herrmann hatte am Freitag in München alle Bürger zur Abgabe bei der Polizei oder bei den Landratsämtern beziehungsweise den städtischen Kreisverwaltungsreferaten aufgerufen. All diese Waffenbesitzer, so der CSU-Politiker, seien gut beraten, die dazu im Waffengesetz geschaffene Amnestieregelung zu nutzen.
"Wahlkampfgetöse"
Nach dieser am 25. Juli in Kraft getretenen Regelung ist eine straffreie Abgabe illegaler Waffen bis Ende dieses Jahres möglich, sofern mit ihnen keine Straftaten begangen wurden. Von einigen Behördenexperten wurde Herrmanns Pressekonferenz als Wahlkampfgetöse kritisiert. Durch die Amnestie habe sich nichts geändert. "Wer sich eine Waffe illegal besorgt hat, der liefert sich doch nicht selbst ans Messer."
Herrmann betonte: "Bei 96 Prozent der mit Waffen begangenen Straftaten werden illegale Waffen verwendet." Jede illegale Waffe sei deshalb eine zuviel. "Darum schafft die neue Amnestie mehr Sicherheit." Die Amnestie gehöre zu den Änderungen des Waffengesetzes, die nach dem Amoklauf von Winnenden beschlossen worden seien. Die Abgabe von Waffen sei kostenfrei, es würden nur die Personalien aufgenommen. Die abgegebenen Waffen gehen in der Regel zunächst an das Bayerische Landeskriminalamt (LKA). Möglicherweise bei Straftaten eingesetzte Waffen werden dort vorsorglich ballistisch überprüft. Jagdwaffen leitet das LKA an das Landwirtschaftsministerium weiter, das sie im LKA-Auftrag an Jäger verkauft. Der Großteil der Waffen wird aber in Einzelteile zerlegt und vernichtet.
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