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Amberg
Bluffen lohnt nicht
Bewerbungstage am Gregor-Mendel-Gymnasium
In der Mitte ein Tisch, rechts davon eine junge Dame und ein Herr mittleren Alters im Anzug, ihnen gegenüber ein junger Mann in hellem Sakko und grauer Hose. Das Gespräch geht über die Berufs- und Gehaltsvorstellungen des Jungen, über Hobbys und Fähigkeiten. Er betont, regelmäßig Zeitungen zu lesen, die Süddeutsche, die Amberger Zeitung oder das Handelsblatt. Plötzlich schießt eine Frage wie ein Pfeil in dieses Gespräch: "Wenn Sie so viel lesen", setzt die junge Frau an, "dann nennen Sie uns doch ein paar Schlagzeilen der letzten Tage!" Der junge Mann erblasst, beginnt zu murmeln, etwas zu stottern ...Diese Szenerie war kein Bestandteil eines tatsächlichen Bewerbungsgesprächs, sondern ein Rollenspiel bei den Bewerbungstagen des Gregor-Mendel-Gymnasiums. Die junge Dame war auch keine Personalreferentin, sondern besucht ebenso die 11. Jahrgangsstufe wie der junge Mann. Echt war nur der Herr im grauen Anzug: Dr. Wolfram Strack, Leiter der Personalentwicklung der Siemens AG in Amberg. Um sie herum saßen etwa 20 Schüler, beobachteten jeden Schritt des Gesprächs und fassten ihre Beobachtungen zusammen Florian ging auf die Zeitungsfrage ein: "Ich fände es gut, wenn du nicht bluffst." Und Dr. Strack ergänzte ruhig: "Machen Sie so etwas nicht. Wenn wir es merken, macht das einen ganz schlechten Eindruck!"
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