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Bad Alexandersbad
Spannungsfeld Oberfranken
Seehofer: "Unterstützung für Rosenthal" - Rede vor Jungunternehmern
Bad Alexandersbad. Am Abend erfreute sich Horst Seehofer auf der Luisenburg an Kaspar Brandners Blicken ins Paradies. In den Stunden davor offenbarte sich dem bayerischen Ministerpräsidenten, dass Oberfranken weit weg ist von paradiesischen wirtschaftlichen Zuständen.
Freitag in Oberfranken, randvolles Besuchsprogramm. Entspannung nur am Abend bei den Luisenburgfestspielen. Vorher Reden, Diskussionen, Ansprechpartner für Sorgen. "Ich bin im Moment von Insolvenzverwaltern umgeben", sagte der Ministerpräsident mehrfach. Zunächst in Speichersdorf (Kreis Bayreuth), wo ihm im Rosenthal-Werk die Unternehmenslage geschildert wurde. Ungeschminkt, mit Einschätzungen versehen. "Die Finanzierung steht noch nicht", sagte Susi Kuhn, Mitarbeiterin von Insolvenzverwalter Volker Böhm. "Wir werden mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln Unterstützung leisten", versprach der Ministerpräsident. Doch sei Hilfe durch die Landesbank Bayern nur möglich, wenn sich auch ein privates Kreditunternehmen an einem tragfähigen Konzept beteilige. Rosenthal soll an den italienischen Geschirrhersteller Sambonet verkauft werden. Seehofer: "Das ist in greifbare Nähe gerückt."Dunkle Wolken und Donner
In Bad Alexandersbad zogen gerade dunkle Wolken auf, als Seehofer kam. Im HelfRecht-Unternehmerzentrum warteten 400 bayerische Wirtschaftsjunioren auf den prominenten Eröffnungsredner ihrer Landeskonferenz. Als er erschien, donnerte es laut, sagte der Wunsiedler Landrat Dieter Döhler gerade: "Wir waren schon immer in einem gewissen Spannungsfeld." Das gespannte und längere Warten auf ihn machte Seehofer durch einen packenden Vortrag wett. Zehn Minuten sollte er sprechen, eine knappe Stunde wurde daraus. Wieder war vom Insolvenzverwalter die Rede - diesmal verbunden mit dem Bekenntnis: "Wenn es um Entscheidungen geht, ist man ganz allein." Der Ministerpräsident sprach von "tiefer und grenzenloser Wirtschaftskrise", er sah jede Branche betroffen und machte seine Vorstellungen davon, wie man aus der Misere kommt, an fünf Eckpunkten fest. Der erste: "Wir müssen unsere ganze Kraft auf das Segment Bildung und Forschung legen." Der zweite: "Die Frage der Steuern und Lohnnebenkosten bleibt auf meiner Agenda." Danach forderte Seehofer konsequenten Defizitabbau ("Bayern fährt da strikten Sparkurs, wir finanzieren unseren Haushalt ohne Schulden"), er sprach sich für eine Debatte um Fragen der wirtschaftlichen Ethik aus und rief dazu auf - fünfter und letzter Punkt - ökologische Überlegungen als wirtschaftsfördernd zu begreifen.
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