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"Ein guter Meßner sorgt für den Blumenschmuck", nennt Leonhard Ehrensberger eine seiner Aufgaben. Nachdenklich kratzt er sich am Kopf, als er auf ein hochnotpeinliches Thema zu sprechen kommt: "Immer mehr...Der milde Hirte
Des Bischofs liebste Kirche: Romanisches Niedermünster
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| Bischof Manfred Müller: Der Körper geht am Stock, aber der Geist ist wach. Die Führung durch seine Lieblingskirche bereitet ihm sichtlich Freude. |
Wie er tapfer auf sein drittes Bein gestützt, mild lächelnd vor dem Altar des Niedermünster steht, erinnert er an Don Camillos sanften alten Bischof. Wie jener gewinnt er die Herzen mit Mutterwitz und Herzensgüte.
Vor der gotischen Tür im "Paradies", der Vorhalle der Stiftskirche zeigt Bischof Manfred Müller, was ihm an diesem Gotteshaus so sympathisch ist: "Die Stiftsdamen hatten das Privileg allen politisches Asyl zu gewähren, die es bis vor diese Pforte schafften und mit dem Löwenknauf klopften", freut sich der Hirte im Ruhestand und zeigt damit: So kann katholische Kirche auch sein - offen für die Sorgen und Nöte der Menschen. "Die adeligen Fräuleins hier hatten recht große weltliche Freiheiten", schmunzelt der Bischof, "wenn sie noch einen Gatten abbekamen, durften sie sogar noch heiraten - nur die Äbtissin nicht".
"Ausgangspunkt war das Grab des Hl. Erhard", erzählt Pfarrer Harald Scharf. "Ein Wanderbischof, der neben dem Hl. Emmeram die entscheidende Rolle bei der Missionierung der Oberpfalz gespielt hat", ergänzt Müller. Um das Grab des im Jahre 700 verschiedenen Christianisierers wuchs die Niedermünsterkirche zur hochromanischen, dreischiffigen Pfeilerbasilika mit zwei Westtürmen, die 1164 eingeweiht wurde.
Zuvor hatte Herzog Heinrich I. um 950 einen Erweiterungsbau veranlasst, in dem sich dessen Gattin Judith vor dem Hauptaltar bestatten ließ. Sie stand dem Stift von 973-987 vor. Auch Herzogin Gisela von Burgund (1006), die Gattin Heinrich II. des Zänkers, ist hier bestattet - bis zur Säkularisation stand vor ihrem Grab das berühmte Giselakreuz (1006-45), eine vergoldete Eichenholzplastik mit farbiger Email-Fassung. "Diese exzellente Arbeit eines Regensburger Goldschmieds haben bayerische Beamte nach München verschleppt", trauert Pfarrer Scharf dem Kleinod nach.
Das Niedermünster-Stift war unter den führenden bayerischen Adelsgeschlechtern als Wirkungstätte unverheirateter Töchter so begehrt, dass hohe Summen für die Aufnahme der Fräuleins gezahlt wurden. Der Zuwachs an noblen Namen bewirkte auch einen politischen Machtgewinn. Um 1000 erreichten die frommen Damen die Anerkennung als Reichsstift: "Sie wurden so unabhängig vom Bischof, mit dem es immer wieder Kompetenzrangeleien gegeben hatte", berichtet Bischof Müller verständnisvoll, "und die Äbtissin hatte fortan einen Sitz im Immerwährenden Reichstag".
Leichter Barock
Von der romanischen Innenausstattung zeugen heute noch die Fresken im Chor: "Da steckt eine ungeheure Geschichte drin", schwärmt der Pfarrer, "und sie ist auch nach der leichten Barockisierung nicht überladen". Freilich, Adel verpflichtet, weshalb sich die ehemalige Kloster des einzigen Hochaltars aus massivem, rot-weißen Salzburger Marmor rühmen darf: "Schon der Transport war unglaublich teuer", erklärt der Bischof. "Niedermünster war von den drei Regensburger Klöstern neben Ober-, und Mittelmünster das mit Abstand elitärste - ein Ort hoher Bildung."
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