Prostatazentrum bündelt das Wissen der Kooperationspartner - Vortragsreihe "Treffpunkt Klinikum"
Marktredwitz. Was kann das Prostatazentrum Hochfranken-Fichtelgebirge leisten? Im Haus Selb und im Haus Marktredwitz des Klinikums Fichtelgebirge stellten stellvertretender Geschäftsführer Dr. Roland Laufer, Chefarzt Privatdozent Dr. Wolfgang Schafhauser und der Leitende Oberarzt der Urologischen Abteilung des Klinikums Fichtelgebirge Dr. Alexander Kugler Konzept und Spektrum des Zentrums vor.
"Es reicht heutzutage einfach nicht mehr aus, in einer Klinik möglichst viele Patienten in möglichst kurzer Zeit möglichst gut zu behandeln!" So Chefarzt Schafhauser. Der Aufenthalt im Krankenhaus sei ja nur ein kurzer Abschnitt - die meiste Zeit verbringe der Patient zu Hause und bei der ambulanten Versorgung. Ziel und Zweck des neu gegründeten Prostatazentrums sei es, vom niedergelassenen Urologen über die Klinikabteilung bis hin zur Reha-Klinik alle Beteiligten zu vernetzen und damit Transparenz und letztendlich die beste Behandlungsmethode für den jeweiligen Patienten zu erreichen. Das Prostatazentrum Hochfranken-Fichtelgebirge zeichne sich dadurch aus, dass es, insgesamt 15 Kooperationspartnern umfassend, als erstes in Bayern vom Dachverband der Prostatazentren zertifiziert worden sei: Das bedeute höchste Therapiestandards für alle Erkrankungen der Prostata.
Mit welchen Behandlungsmöglichkeiten der verschiedenen Krankheitsbilder das Prostatazentrum aufwarten kann, erläuterte der Leitende Oberarzt der Urologischen Abteilung des Klinikums Fichtelgebirge, Dr. Alexander Kugler.
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24.06.2009
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Marktredwitz
Spezialisten entscheiden gemeinsam
Prostatazentrum bündelt das Wissen der Kooperationspartner - Vortragsreihe "Treffpunkt Klinikum"
Harnrückstau
Erstes Thema war die gutartige Vergrößerung der Prostata, die so genannte "Benigne Prostata-Hyperplasie" ("BPH"). Dabei handle es sich um die Ausbildung drüsiger Strukturen des im Normalfall etwa kastaniengroßen Organs, die den Harnabgang behindern. Nahezu alle Männer über 70 würden mehr oder weniger ausgeprägt darunter leiden; 20 Prozent aller Erkrankten müssten sich wegen tatsächlicher Beschwerden einer Therapie unterziehen. Die sei unbedingt nötig bei einem Harnrückstau in die Nieren, Harnwegsinfekten oder Steinbildung in der Blase. Mit Medikamenten, auch pflanzlichen, könne man viel erreichen, wenn eine Operation jedoch unumgänglich sei, stünden eine offene Entfernung der Innendrüse, das endoskopische "Aushobeln" über die Harnröhre oder die "Verdampfung" durch den Greenlight-Laser zur Verfügung. Hier verwende man im Klinikum Fichtelgebirge bereits seit zwei Jahren ein besonders effektives Gerät der zweiten Generation. Welche Therapie letztendlich die beste sei, hänge vom Stadium der Erkrankung und der individuellen Verfassung des Patienten ab. So habe man die chirurgische Entfernung mit radioaktiver Markierung der so genannten Wächterlymphknoten, die externe Strahlentherapie oder die Brachytherapie zu Verfügung, bei der radioaktive Stäbchen in die Prostata eingebracht würden. Dafür würde ein Spezialist und Kooperationspartner aus Berlin nach Marktredwitz kommen.
Patient stets eingebunden
Das Prostatazentrum zeichne sich durch regelmäßige Konferenzen und Fallbesprechungen aus: "Nicht nur ein einzelner Arzt entscheidet, welche Therapie die beste ist, sondern ein Gremium mehrerer Spezialisten." Und worauf man besonders großen Wert legt: "Der Patient ist immer in die Entscheidung mit eingebunden."
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