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Von (hrö)  |  20.06.2009  | Netzcode: 1877026  |  526 Mal gelesen.
Kemnath

Vulkan gibt Geheimnisse preis

Dr. Andreas Peterek erläutert bei Geopark-Exkursion die Entstehung des Waldecker Schlossberges

Kemnath. (hrö) Einigen war wohl schon etwas mulmig zumute, als Dr. Andreas Peterek sie mit „Willkommen auf dem Vulkan“ empfing. Der Leiter des Bayerisch-Böhmischen Geoparks und Geoparkrangerin Ursula Schimmel weihten zahlreiche und teilweise hochkarätige Exkursionsteilnehmer in die „Vulkanischen Geheimnisse des Waldecker Schlossberges“ ein.

Sein besonderer Gruß galt Professor Dr. rer. nat. habil. Heinrich Vollrath, den besten Kenner der Botanik auf dem Schlossberg, sowie dem Vorsitzenden des Heimatkundlichen Arbeits- und Förderkreises Kemnath und Umgebung (HAK), Hans Rösch. Neben dem Modell des alten Marktes Waldeck, am 20 Millionen Jahre alten Kalvarienberg, erklärte Dr. Peterek die Entstehung der Vulkane rund um Kemnath.

Gewaltige Explosion



Aus den 30 bis 80 Kilometer tief gelegenen Kammern stiegen Gase und 1200 Grad heiße Magma in Rissen der Erdkruste nach oben. Sobald diese mit Grundwasser in Berührung kam, vergrößerte sich das Volumen des Wassers um das 2000-fache. War weniger als 300 Meter Auflage vorhanden, kam es zu einer gewaltigen Explosion, die einen riesigen Trichter freisprengte, Gase, Wasser, Magma und Gestein wurden kilometerweit in die Luft geschleudert. Ein großer Teil fiel in den Trichter zurück. Dieser Vorgang wiederholte sich, bis ein Magma-Pfropfen den Gang zur -kammer verschlossen hat.

Die hohen Temperaturen und Drücke formten pyroklastische Brekzien, die am Kalvarienberg besonders gut zu sehen sind. Der im Inneren stehen gebliebene Basaltkern wurde durch die Erosion freigelegt. Zur Zeit der aktiven Vulkane lag die Erdoberfläche rund 200 Meter über dem heutigen Niveau. Die Maare waren als große Wasserflächen, in deren Grund die Vulkane schlummerten, entlang der Fränkischen Linie und im Egergraben verteilt. „Heute stehen wir also im Keller der Vulkane“, erklärte der Geologe.

Martin Zehrer hatte einen Keller am Fuß des Schlossberges für die Besichtigung ausgeleuchtet. Angesichts einer Temperatur von acht bis zehn Grad waren die vor rund 200 Jahren bergmännisch in den Sandstein eingetriebenen Keller früher ideal für die Vorratshaltung geeignet. Die schräg aufgestellten Sandsteinschichten deuten auf die Verschiebungen der Erdkruste an der Fränkischen Linie hin.

Details zum Zickzackklee



Geoparkrangerin Schimmel und Professor Vollrath erklärten beim Aufstieg am Südhang zur Burgruine die für den Schlossberg und damit für den Basalt typischen Pflanzen. Wo heute Knolliger Hahnenfuß, Mittlerer Wegerich, Zickzackklee, Fingerhut, Nickendes Leinkraut, Heidenelke und Zypressenwolfsmilch gedeihen, hatte sich die Bevölkerung des alten Marktes einen schönen Platz für ihre Häuser ausgesucht.

Nach einer Einführung in die Geschichte der Burg und des alten Marktes ging es hinauf zur Burg, wo die Teilnehmer erkennen konnten, wie sich durch das Zusammenziehen beim Abkühlen in der Magma Risse gebildet hatten. Bei Basaltsäulen wie auf dem Parkstein entstanden die Risse senkrecht zur Abkühlungsfläche und bildeten bevorzugt sechseckigen Säulen.

Unter den vielen Einschlüssen fallen sofort die gelblich grünen Olivine auf. Laut Dr. Peterek wurde dieses Silikatmineral in 80 bis 100 Kilometern Tiefe aufgeschmolzen. Der Geopark-Leiter erklärte die geologischen Formationen und ihre Entstehung rund um den Schlossberg. Eine Besonderheit in Europa sei die Tatsache, dass der Hessenreuther Wald im Vorland in das Grundgebirge (Steinwald) entwässere. Abtragungen aus dem Alten Gebirge, das sich vor 60 Millionen Jahren um 3000 Meter gehoben habe, finde man heute bis in die Fränkische Schweiz und am Walberla.

Die weiteren Veranstaltungen zu dem Thema sind unter www.geopark-bayern.de und www.hakkem.de zu finden.

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