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Kleiner Mann doch noch groß
Kommentar von Josef Maier
Die Fettnäpfchen konnten noch so weit auseinander liegen, der kleine Mann trat trotzdem zielsicher rein. Einmal drohte er seinen Kickern nach einer Niederlage in der zweiten Liga gar an, am liebsten würde er ihnen "das Gehirn aus dem Schädel pusten" - mit einer Waffe natürlich.
Michael A. Roth geht als Club-Präsident, und beim Gedanken an den Satz von gerade eben werden viele sagen - Gott sei Dank. Der Teppichhändler war in seinen Amtszeiten stets Anfeindungen ausgesetzt. Auch aus eigener Schuld. Zuweilen plauderte er munter und ohne Bedacht drauf los wie ein Franz Beckenbauer, nur dass er nicht einmal ansatzweise die Aura des "Kaisers" hat. Der Mann mit dem Silberschopf drängte ins Rampenlicht. Sah den Traditionsclub aus Franken als Möglichkeit, sich in der Öffentlichkeit zu produzieren. Der Mann teilte die Fans in zwei Lager.
Michael A. Roth geht. Es ist der bitterste Abgang des Clubs in der Sommerpause. Denn Roth hat in seinen Amtszeiten dazugelernt, was einem Selfmade-Millionär wie ihm, der normalerweise nur die eigene Meinung gelten lässt, nicht leicht gefallen sein dürfte. Einige Male hat er den Club vor der Insolvenz gerettet, sicherlich auch durch den Griff in den eigenen Geldbeutel. Früher galt er als Trainer-Killer, zunehmend hatte er mit den anderen Club-Verantwortlichen ein glücklicheres Händchen. Den Mut, dem jungen Michael Oenning eine Chance zu geben, darf er sich hoch anrechnen. Er ist ruhiger, nachdenklicher geworden, agierte aus dem Hintergrund. Er hat mitgeholfen, den Club trotz des Abstiegs zuletzt wieder zu einer Marke zu machen. Das Frankenstadion ist eine der bestbesuchten Arenen der Republik.
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