Amberg
Deutsch-tschechische Begegnung
"cojc land ensemble" spielt Kafka am GMG: "Der Prozess" zweisprachig
Dunkle, schlichte Kleidung, eine sparsame Ausstattung mit einfachen Requisiten, die einprägsame Gestik der Darsteller und eine düstere, rätselhafte Handlung, die sich erleben, aber nicht begreifen lässt: Joseph K., ein junger, unbedeutender Bankbeamter, im Räderwerk einer nicht fassbaren Justiz. In der Aula des Gregor-Mendel-Gymnasiums wurde das Theaterstück "Der Prozess" nach dem Roman von Franz Kafka aufgeführt - das Publikum waren Schüler der 10. und 11. Klassen.Ein schwarzes Jackett wird zu Beginn jeder der neun Szenen, die sich als einzelne Bilder aneinanderreihen, an einen anderen Schauspieler weitergereicht. "Joseph K.", sagt dieser dann - und ist damit für diese Szene in die Hauptrolle geschlüpft. Dies zeigt die Austauschbarkeit der Figur und gibt jedem der neun Schauspieler die Möglichkeit, seine Interpretation der Hauptfigur zu zeigen.
Das deutsch-tschechische "cojc land ensemble" (gesprochen etwa "tscheutschland") hat diese Theateraufführung unter der Leitung von Eleanora Allerdings ausgearbeitet und einstudiert. Die Gruppe besteht aus deutschen und tschechischen Studenten, die "zusammen Theater spielen wollten". Eingriffe in den Inhalt des Werkes wurden bei der Umwandlung des Romans in ein Bühnenstück nötig. Kafkas Sprache blieb jedoch weitestgehend beibehalten.
Besonderen Charakter erhielt die Darstellung durch die Zweisprachigkeit der Aufführung: Der Text wurde von den Schauspielern in deutscher und tschechischer Sprache präsentiert. Besonders der hörbare Akzent der tschechischen Darsteller stellte eine Verbindung zwischen den beiden Sprachen her.
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