Amberg-Sulzbach
Glockengeläut am Kreuzbergfels
Reihe „Kirche & Wirtshaus mit Pfiff“ führt zum Auftakt am Sonntag nach Schmidmühlen
Amberg-Sulzbach. (sta) Leib und Seele gehören in Bayern bekanntlich zusammen. Schon bei den zahlreichen Bergfesten in der Region folgen nach Predigt und Segen ganz selbstverständlich Bratwürste und Bier. Zu dieser Lebensart passt auch „Kirche & Wirtshaus mit Pfiff“. Auftakt zu dieser Veranstaltungsreihe mit insgesamt fünf Stationen ist am Sonntag in Schmidmühlen.
"Kirche & Wirtshaus mit Pfiff" der Kulturwerkstatt Sulzbach-Rosenberg wird gemeinschaftlich getragen vom Landkreis, den Städten Amberg und Auerbach, den Bildungswerken und von der AOVE. Die seit 2002 geführte Reihe hat sich zum Selbstläufer entwickelt. Weit über 300 Besucher waren letztes Jahr dabei.Am Sonntag folgt der nächste Streich. Um 14 Uhr treffen sich die Teilnehmer (eine Anmeldung ist nicht erforderlich, Gebühr vier Euro) an der Friedhofskirche in Schmidmühlen. Sie sollten gutes Schuhwerk anziehen und einigermaßen trittsicher sein, denn rund drei Stunden sind die Kirchen(er)wanderer unterwegs. Lohn der Mühen ist ein herrlicher Ausblick vom Kreuzbergfelsen auf den Markt Schmidmühlen. Auch Einblicke in den Truppenübungsplatz Hohenfels eröffnen sich. Wer möchte, darf die Glocke der Kreuzbergkirche von Hand läuten.
Klaus-Anton Altenbuchner, Juniorchef vom "Goldenen Lamm", und Kunsthistoriker an der Pinakothek der Moderne in München, stellt Friedhofs- und Kreuzbergkirche vor. Soweit zum Thema Kirchen. Dann ist es Zeit zur gemütlichen Einkehr im Gasthof. Seit 25 Jahren heißen hier Elfriede und Ewald Altenbuchner ihre Gäste willkommen. Der Gasthof wurde 1618 als Tanzhaus des Marktes errichtet und bestimmt mit seiner markanten Silhouette die Hauptstraße des Ortes. 2008 wurde die Fassade restauriert und im Zustand von 1835 rekonstruiert. In neuem Glanz begrüßen seitdem die Drachenwasserspeier wieder die Gäste.
Hinter dem mächtigen Giebel wurde in früheren Zeiten der Hopfen getrocknet, der in der Schmidmühlner Communbräu zum Brauen verwendet wurde. Seit 1806 in Familienbesitz, ist jede Generation bemüht, die Gäste mit herzlicher Oberpfälzer Gastlichkeit willkommen zu heißen.
Am Sonntag, 24. Mai, 16 Uhr, trifft sich die Schar am Luitpoldplatz vor der Kirche St. Marien. Dr. Markus Lommer berichtet, dass aus zwei kleinen Orgeln und der großen Rieger-Orgel „von drei Seiten aus der Raum dolby-surround-mäßig erlebt werden kann“. Danach geht es ins Café-Restaurant Pirner nebenan.
In Krickelsdorf geleitet am 23. August um 16 Uhr von der Kapelle beim Gasthof "Zur Linde" die Kulturführerin Elisabeth Weiß die Bildungsfreunde zur Kapelle Hl. Dreifaltigkeit. Beendet wird die Veranstaltung im urigen Gasthof, in dem vieles seit 100 Jahren unverändert geblieben ist.
Die vierte Station am 11. Oktober ist Ernhüll, um 16 Uhr am Friedhofstor vor der Kirche. Abseits der großen Verkehrswege kann man St. Margareten schon von weitem sehen, auf dem höchsten Punkt Ernhülls thront sie. Für die Gegend eine Institution ist der Gasthof „Zur Traube“ in Oed.
Die fünfte und letzte Station ist traditionell in Amberg. Mit St. Martin (8. November, 16 Uhr) bietet die Kulturreihe einen Besuch in der zweitgrößten Kirche der Oberpfalz. Der „Pfiff“ in Amberg ist die einzigartige Möglichkeit, die Kirche von der ansonsten nicht zugänglichen Empore aus zu bewundern. Dann folgt eine weitere Kirche im ehemaligen Franziskanerkloster. Und zum Schluss geht es ins Casino-Wirtshaus.
Die Broschüre zur Reihe im Jahr 2009 ist erhältlich bei der Tourist-Information in Amberg (Telefon 09621/10-239) und Sulzbach-Rosenberg (Telefon 09661/51 01 10).
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