Von (ass) |
02.04.2009
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Amberg
In diese Falle tappt keiner mehr
Trotz sinkender Öl- und Gaspreise setzen die Kommunen auf neue Konzepte
Die Energieversorgung von Alpenhütten war ebenfalls ein Forschungsprojekt von Professor Markus Brautsch. Bild: Hartl
In einem ist sich Professor Markus Brautsch ganz sicher: "In diese Falle tappt heute keiner mehr." Die Falle, das sind sinkende Preise für Erdöl und Erdgas. Denn billige Energie, da ist sich der Leiter des an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW) in Amberg angesiedelten Instituts für Energietechnik (IfE) sicher, wird es auf Dauer nicht geben. Die Preise werden wieder steigen. Und die Klimaproblematik bleibt ohnehin bestehen, wenn sie auch hinter die derzeitige Wirtschaftskrise zurückgeschoben wurde. Kein Wunder, dass sich das Institut von Markus Brautsch vor Aufträgen kaum retten kann.
Bürgermeister und Landräte stehen Schlange bei den Amberger Energieexperten, wollen Lösungen für ihre Schulen und Verwaltungsgebäude, für Schwimm- und Turnhallen. Hier setzt das Institut an: Professor Brautsch und seine Mitstreiter arbeiten Vorschläge aus, wie Gebäude durch Wärmedämmung und eine moderne Heizungsanlage und -regelung effizienter gemacht werden können. 30 bis 40 Prozent Einsparung sind da ohne großen Aufwand locker drin. Siehe das Beispiel Eschenbach. Dabei geht die Oberpfalz mit großen Schritten voran.
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Amberg
In diese Falle tappt keiner mehr
Trotz sinkender Öl- und Gaspreise setzen die Kommunen auf neue Konzepte
"Es wird nirgendwo so intensiv darüber nachgedacht wie hier", lobt Brautsch die hiesigen Politiker und Unternehmer. Denn nicht nur Gemeinden klopfen bei den Ambergern an. Auch große Firmen der Region wie Grammer in Amberg oder die BHS in Weiherhammer haben sich von Markus Brautsch ein stimmiges Energiekonzept ausarbeiten lassen.
Bewährt hat sich hier bereits vielfach ein dreigeteiltes Vorgehen: Die Grundlast wird meist über ein Blockheizkraftwerk erzeugt, in dem ein Rapsöl-Motor arbeitet. Für die Mittellasten kommt dann eine Holzschnitzelanlage hinzu. Nur noch für die seltenen Spitzenleistungen müssen Ölbrenner zugeschaltet werden.
Das alles ist gängige Technik, die vom Institut für Energietechnik in Kooperation mit heimischen Firmen zu einem komplexen Ganzen zusammengefügt wird. Dabei gilt es reichlich Entwicklungsarbeit zu leisten, die aber niemals auf Kosten der Bedienbarkeit gehen darf. "Es darf keine High-Tech sein, es muss Technik sein, die ein Hausmeister bedienen kann", heißt das Credo von Markus Brautsch. Sein Team verwendet nicht das, was technisch möglich ist, sondern was sich auch sinnvoll anwenden lässt. So etwas spricht sich herum: Schon jetzt hat das IfE sechs Aufträge für die energetische Sanierung von Schulen, für die Mittel aus dem Konjunkturpaket II verwenden werden sollen.
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Amberg
In diese Falle tappt keiner mehr
Trotz sinkender Öl- und Gaspreise setzen die Kommunen auf neue Konzepte
Energieeffizienz ist ein Punkt, die Erzeugung von Strom und Wärme der andere. Brautsch setzt hier auf eine Kombination von Biomasse und Solarenergie. Ob Rapsöl oder Holz, noch reichen die regionalen Vorräte, um die vorhanden Anlagen zu betreiben. Dabei ist Brautsch kein weltferner Träumer. Er ist sich bewusst, dass es auch hier mittelfristig zu Engpässen kommen wird. "Wir können uns nicht vollständig aus heimischen Wäldern und Feldern versorgen." Doch lieber ist ihm Biomasse aus dem europäischen Raum zu importieren, als Öl und Gas aus Nahost oder Russland.
Sein Tipp für Privatleute: Erst die Wärmedämmung verbessern, dann in eine neue Heizanlage investieren. Denn wer den Bedarf an Wärme bereits reduziert, kommt meist mit einer kleineren und billigeren Heizung aus. "Denn die beste Energie ist immer noch die, die wir gar nicht verbrauchen."
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