Von (dpa) |
23.03.2009
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Frankfurt/Main
Gefälschte "Zeit" zeigt andere Welt
Kritisches Netzwerk Attac verteilt das Magazin in 90 Städten - Inhalt: Die Welt nach der Finanzkrise
Frankfurt/Main. (dpa) Klima-Sünder werden zur Kasse gebeten, Opel ist in Belegschaftshand, Banken sind verstaatlicht: Mit 150 000 gefälschten Exemplaren der Wochenzeitung "Die Zeit" hat das globalisierungskritische Netzwerk Attac eine mögliche Zukunft nach der Wirtschaftskrise beschrieben.
Die falsche "Zeit" datiert auf den 1. Mai 2010 und hat das Titelthema "Am Ende des Tunnels". "Alles was in den Artikeln geschrieben wird, könnte man innerhalb von 13 Monaten umsetzen", so Jutta Sundermann von Attac. Die am Samstag bundesweit verteilte Ausgabe ist auch im Internet unter www.die-zeit.net zu finden, ergänzt durch Videos, so etwa eines "Tagesthemen"-Beitrags über Attac.
"Zeit"-Chefredakteur Giovanni di Lorenzo sagte: "Eine Fälschung der ,Zeit' Print wie online können wir natürlich niemals billigen. Insbesondere nicht in dieser guten Qualität. Dass Attac gerade ,Die Zeit' ausgesucht hat, um diese Aktion zu starten, verwundert allerdings nicht. Schließlich gibt es keine größere überregionale Qualitätszeitung." Die "Zeit" habe vorher nichts gewusst, so eine Sprecherin. Der Verlag sehe aber von rechtlichen Schritten ab. "Wir sehen das Ganze entspannt."
Mit dem Jahr 2010 beginnt nach Beschreibung von Attac "eine neue Ära". Autor und Journalist Harald Schumann berichtet unter der Überschrift "Zeit der Abrechnung" von einem G20-Treffen in Brasilien, bei dem sich Industrie- und Schwellenländer auf die Besteuerung großer Privatvermögen und internationaler Konzerne geeinigt haben. Kabarettist Matthias Deutschmann befasst sich mit dem Ende des Kasino-Kapitalismus. Die Schriftstellerin Daniela Dahn schreibt über die neue internationale Fernsehstation Social TV.
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Gefälschte "Zeit" zeigt andere Welt
Kritisches Netzwerk Attac verteilt das Magazin in 90 Städten - Inhalt: Die Welt nach der Finanzkrise
Mit einem Gesetzespaket, das den Einfluss von Lobbyisten beschränken und die Demokratie fördern soll, befasst sich der Artikel "Ohne Lobby". Ein Bericht dreht sich um einen Konvent, der das Fundament eines sozialen, ökologischen und friedlichen Europas legt. "Das Weltgeld kommt" ist ein Beitrag über einen einstimmigen Beschluss der UN zur Einführung eines Weltgeldes überschrieben.
Die gefälschten "Zeit"-Exemplare seien von Flensburg bis Freiburg in insgesamt 90 Städten Deutschlands verteilt worden, davon allein in Berlin mehr als 10 000, sagte Sundermann. Mit acht Seiten ist das Plagiat allerdings deutlich dünner als das Original, auch das Format ist etwas kleiner, das Layout hingegen sehr ähnlich. Gefälschte Anzeigen sind mit Titeln überschrieben wie "Damit uns das Lachen nicht vergeht" und "Opel - fit für die Zukunft". "Auf diese Weise wollen wir die Vorstellungskraft der Leserinnen und Leser erweitern und ihnen Mut machen, sich politisch zu engagieren", sagte Sundermann. Die gefälschte Ausgabe der "New York Times", die im November 2008 das Ende des Irak-Krieges und die Schließung des US-Gefangenenlagers Guantánamo auf Kuba gemeldet hatte, habe die Aktion angeregt, sagte Sundermann.
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Frankfurt/Main
Gefälschte "Zeit" zeigt andere Welt
Kritisches Netzwerk Attac verteilt das Magazin in 90 Städten - Inhalt: Die Welt nach der Finanzkrise
Attac freute sich über die Reaktion der "Zeit". Die Fälschung sei "ganz überwiegend das Produkt ehrenamtlichen Engagements", sagte Sundermann. "Was wir mit solidarischem Einsatz erreichen können, das haben die Attac-Aktiven an diesem Wochenende eindrucksvoll bewiesen." Es seien ausschließlich Kosten für Druck und Versand in Höhe von rund 15 000 Euro entstanden und diese aus Spenden dafür bezahlt worden.
Penzberg (dpa/lby) - Der Schweizer Pharmakonzern Roche hat im oberbayerischen Penzberg ein neues Forschungs- und Produktionsgebäude in Betrieb genommen. Wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte, hat die Einrichtung etwa 140 Millionen Euro
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