Amberg
Kripo findet den Maskenmann
Mit Anschlag auf Amberger Schule will er nicht gedroht haben - Durchsuchung im Raum Bamberg
Amberg. Es musste gehandelt werden. Als die Polizei im November letzten Jahres von der angeblichen Anschlagsdrohung auf eine Amberger Schule erfahren hatte, traf sie umfangreiche Sicherheitsvorkehrungen. Jetzt, vier Monate später, gibt es einen Ermittlungserfolg.
Am 21. November 2008 kam ein 20-Jähriger aus der nördlichen Oberpfalz zur Polizei in Weiden und meldete: Da sei im Internet das Foto eines bewaffneten und maskierten Mannes aufgetaucht, der die Drohung ausstieß, an einer Amberger Schule „etwas machen zu wollen.“Noch während erste intensive Nachforschungen der Kripo begannen, holte Polizeidirektor Stephan Kirsch an einem Sonntagmorgen alle Amberger Schulleiter zu sich, informierte sie, ließ Sicherheitsvorkehrungen treffen. Computerspezialisten der PD Amberg begannen mit der mühsamen Arbeit, die Teilnehmer aus dem fraglichen Chat-Room im Internet ausfindig zu machen. Dabei stand nach einiger Zeit fest: Es gab tatsächlich junge Leute, die ebenfalls das Bild des mit einer Sturmhaube vermummten und mit einer Pistole bewaffneten Mannes auf ihrem PC gesehen hatten. Sie sagten aber: „Gedroht hat der nicht.“
Die Fahnder wollten absolute Gewissheit. Sie ließen beim Software-Anbieter und beim sogenannten Provider in den USA nicht locker. Der aber ließ sich Zeit. Vor wenigen Tagen gab es dann endlich eine Nachricht. „Wir haben erfahren, dass der fragliche Chat-Room-Teilnehmer im Raum Bamberg wohnt“, sagte PD-Sprecher Peter Krämer.
Im Zusammenwirken mit der Staatsanwaltschaft bekam die Kripo Amberg einen Durchsuchungsbefehl, fuhr nach Franken und stattete morgens um 5 Uhr der elterlichen Wohnung des 20-Jährigen einen für die Leute völlig unerwarteten Besuch ab. Im Zimmer des jungen Mannes fanden die Beamten eine Sturmhaube, sie stießen ferner auf eine Schreckschusspistole. Sowohl Maske als auch Waffe waren im November verwendet worden, als sich der 20-Jährige selbst fotografierte und das Bild schließlich ins Internet stellte.
„Wir wollten unbedingt eine Klärung und wir haben sie jetzt auch“, sagte PD-Sprecher Krämer am Freitag. Allerdings besteht der nun ermittelte Chat-Room-Teilnehmer mit Nachdruck darauf, dass er niemals eine Drohung ausgestoßen habe. Das hält die Kripo für wahrscheinlich, weil außer dem damaligen Anzeigeerstatter keiner der weiter befragten Zeugen von einer Anschlagsankündigung etwas gelesen oder vernommen haben will. Dennoch wird geprüft, ob eine Störung des öffentlichen Friedens vorliegt. Der Fall, so PD-Sprecher Krämer, könne jetzt zu den Akten gelegt werden.
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