Von (e) |
18.03.2009
| Netzcode: 1757657 | 615 Mal gelesen.
Auerbach/Amberg
Junge Türkin krankenhausreif geprügelt
Schwiegervater und Schwager zu Bewährungsstrafen und Geldauflagen verurteilt - Modernes Leben passte nicht
Die junge Türkin (29) passte so gar nicht in den Raster ihres türkischen Schwiegervaters (62). Der hält sich zwar seit rund 40 Jahren in Deutschland auf, seine Schwiegertochter allerdings hätte sein Wohlgefallen wohl nur dann gefunden, wenn sie mit Kopftuch, Kindern und Küche seinem (Frauen-) Verständnis gefolgt wäre.
Das tat sie nicht, sie zog eine modernere Variante des Lebens vor, was selbst ihr Mann (33) und Sohn des 62-Jährigen auch duldete. Doch hing seit Jahren deswegen der (türkische) Hausfrieden schief in Michelfeld. Im Juli 2008 wollte sich die Frau von ihrem Mann zu einer Freundin fahren lassen, das aber rief ihren daneben wohnenden Schwiegervater und ihren Schwager (29) auf den Plan.
Es kam zuerst zu einem verbalen Streit, dann zu einer handfesten Schlägerei. Es muss (in türkischer Sprache) ziemlich turbulent, handfest, hysterisch und laut zugegangen sein, wie ein ermittelnder Beamter der PI Auerbach berichtete: "15 Minuten hat es gedauert, bis sich die Lage nach unserem Eintreffen beruhigt hat", bekundete der Polizeibeamte jetzt bei der Hauptverhandlung vor dem Amtsgericht Amberg.
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Auerbach/Amberg
Junge Türkin krankenhausreif geprügelt
Schwiegervater und Schwager zu Bewährungsstrafen und Geldauflagen verurteilt - Modernes Leben passte nicht
Anzeige erstattet
Zu dieser Verhandlung kam es, weil die geschädigte Frau multiple Prellungen, eine Gehirnerschütterung und eine Kieferverletzung erlitt, zwei Tage lang in einer Klinik in Pegnitz behandelt wurde und Anzeige erstattete.
Da hatte die Frau noch Mut.Sie sagte gegen ihren Schwiegervater und ihren Schwager aus, von denen sie verprügelt worden war, an den Haaren gepackt und zu Boden geworfen wurde, selbst liegend noch mit Füßen traktiert wurde. Ihre Aussagen wiederholte sie auch zwei Monate später bei der Vernehmung vor einer Ermittlungsrichterin in Amberg.
Bei der Hauptverhandlung allerdings machten sie und ihr Mann vom Aussageverweigerungsrecht Gebrauch: "Weil es die Familie ihres Mannes ist, will ich meine Angaben zurücknehmen". Was nicht ging, denn der Vertreter der Amberger Staatsanwaltschaft warf dem auf der Anklagebank sitzenden 62jährigen und seinem Sohn gefährliche Körperverletzung vor - ein Offizialdelikt.
Auch wenn es angesichts dieser Voraussetzungen für Richter Dr. Stephan Täschner schwierig war zu klären, wer welchen Tatbeitrag geleistet hatte, und die beiden Angeklagten "von übertriebener Darstellung" der seinerzeit verprügelten Schwägerin bzw. Schwiegertochter sprachen. Die attestierten Verletzungen, die Aussage der damals sachbearbeitenden Ermittlungsrichterin untermauerten das Tatgeschehen. Nach der Beweisaufnahme stand zur Überzeugung des Gerichts fest, dass sich die Tat im Juli 2008 in Michelfeld so zugetragen hat, wie von der geschädigten Frau angezeigt.
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Junge Türkin krankenhausreif geprügelt
Schwiegervater und Schwager zu Bewährungsstrafen und Geldauflagen verurteilt - Modernes Leben passte nicht
Sieben Monate
Vater und Sohn - beide übrigens nicht vorgeahndet - wurden letztendlich wegen gefährlicher Körperverletzung jeweils zu einer Freiheitsstrafe von sieben Monaten verurteilt, deren Vollstreckung auf drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt wurde.
Darüber hinaus wurde eine Geldauflage von 600 Euro für den Vater und 1200 Euro für den Sohn verhängt. Die Fehde in der türkischen Großfamilie allerdings ist damit nicht beigelegt, sie schwelt weiter.
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