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Von (kan)  |  13.03.2009  | Netzcode: 1750414  |  1285 Mal gelesen.
Amberg

Kondolenzblatt nach Winnenden

Der Umgang mit dem Amoklauf am Beispiel des Gregor-Mendel-Gymnasiums

Amberg. (kan) Das Blutbad von Winnenden ist auch bei uns in den Köpfen und scheint viele Jugendliche zu belasten. Der Chef des Gregor-Mendel-Gymnasiums, Edward König, hat am Donnerstag, dem Tag nach dem Amoklauf des Tim K., "Schüler erlebt, die vollkommen neben der Mütze waren".

Das GMG war gestern eine von den Schulen, die die Horrortat von Baden-Württemberg thematisierten. "Wir haben eine Grundlinie und vier Teilaspekte", sagte Oberstudiendirektor König. Die Grundlinie laute: "Den Ball so flach halten wie möglich." Man habe sich darauf verständigt, das, was in Winnenden geschehen ist, so normal wie es nur geht in die Schulstruktur einzubauen.

Der erste Teilaspekt, den König nannte: Er habe alle Lehrerkollegen gebeten, den Jugendlichen am Donnerstag und in den nächsten Tagen "Zeit genug zu schenken für Gespräche", in denen die Ereignisse um die Albertville-Realschule verarbeitet werden können.

Zudem hat der GMG-Leiter eine Art Kondolenzblatt herausgegeben, wo die Schüler mit ihrer Unterschrift ihre Anteilnahme bekunden durften. König wollte dieses noch gestern nach Winnenden schicken, weil er glaubt, es könne den Betroffenen vielleicht doch ein wenig helfen und zeigen, dass viele in Gedanken bei ihnen sind.

König war es auch wichtig, auf das schuleigene Sicherheitskonzept hinzuweisen. Denn "das gibt uns ein bisschen subjektive Sicherheit". Der Direktor berichtete von einer Übung, die kürzlich stattgefunden hat. Das Szenario: Irgendjemand sieht im GMG einen Fremden, der bewaffnet ist, und meldet dies. Daraufhin musste schnell und besonnen gehandelt werden. Die Übung "ist perfekt abgelaufen, das Schulhaus war schlagartig menschenleer", so König.

Nach den Osterferien plant er, ganz sachlich mit den Schülern die Themen Waffenbesitz, Gewaltvideos und Ego-Shooter zu diskutieren. Solche Computerspiele "braucht die Welt nicht", sie grundsätzlich zu verbieten, wäre aber wohl auch nicht die richtige Lösung. Zumindest jedoch, so Edward Königs Meinung, könnte man die härtesten Varianten auf den Index setzen. (Hintergrund)

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