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Von (sta)  |  14.02.2009  | Netzcode: 1713223  |  1175 Mal gelesen.
Amberg

Winterloch mit Frohsinn bekämpft

Die Amberger Narrhalla wird 75 Jahre alt - Viele Höhen, aber auch Krisenzeiten erlebt

Amberg. (sta) Schuld an allem war das Winterloch, in das die Stadt Amberg 1934 nach der prunkvoll begangenen 900-Jahr-Feier zu fallen drohte. Da schlug die Geburtsstunde der Amberger Faschingsgesellschaft Narrhalla. Seither marschieren beide jubiläumsmäßig im Gleichschritt. Amberg feiert heuer die Stadtgründung vor 975 Jahren - und die Narrhalla legt mit dem 75. Geburtstag stolz nach.

Wolfgang Fahrnholz, von 1995 bis 2004 an der Spitze der Narrhalla, hat sich die Mühe gemacht, den großen Stapel der alle Jahre herausgegebenen Faschingskalender zu sichten. Herausgekommen ist eine amüsante Chronik, die den Amberger Narrhallesen auf kurzweilige Art den Spiegel der Jahre vorhält.

Josef I. von Vilsregulanien



Zur "Belebung der kalten Monate", in denen das gesellschaftliche und öffentliche Leben einen langsameren Takt fuhr, trat 1934 der damalige Oberbürgermeister Josef Filbig an die Spitze der von ihm selbst gegründeten Faschingsgesellschaft.

Schnell hatten sich Elferrat und Garde gebildet und schon ein Jahr später schwang Josef Winter als gekrönter "Josef I. von Vilsregulanien" das Zepter. Unter der Patenschaft der gleichnamigen Münchner Faschingsgesellschaft war die Narrhalla geboren. Der heute legendäre Emil Alafberg tat als Kommandeur einer männlichen Garde und später als Hofmarschall die ersten Schritte auf dem glatten Faschingsparkett.

Schon 1935 gab es einen Faschingszug und im Jahr darauf ließ sich der Oberbürgermeister im Kinderwagen durch die Straßen der Stadt schieben als Beweis für das gut gedeihende Amberger Faschingsbaby. Erstmals gab es 1937 auch eine weibliche Garde und entgegen dem gestrengen Protokoll erhob Karl Hertlein als "Karl I. von Bürokratien" beim Stadtball eine reizende Untertanin zur Prinzessin Ursula. Doch damit war es zunächst schon vorbei mit der Frauenherrlichkeit an der Seite des Prinzen. Denn, so schreibt Chronist Fahrnholz: "Schorsch I. von Kadefonien (Georg Eber) erschien 1938 wieder unbeweibt. Dafür aber bekam die Garde eine weibliche Kommandeuse."

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