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Von Alexander Pausch  |  09.02.2009  | Netzcode: 1707346  |  1365 Mal gelesen.
München

Zimmer mit Blick auf die Alpen

US-Vizepräsident Biden nächtigt im ArabellaSharaton - Müller begleitet US-Gast zum Flughafen

Ein letzter Blick in die Kameras. Zum Abschied
Ein letzter Blick in die Kameras. Zum Abschied überreichten ein Mädchen und ein Junge dem amerikanischen Vizepräsidenten Joe Biden am Flughafen München Blumen. Europaministerin Emilia Müller verabschiedete den Gast aus Washington nach seinem Besuch in der Landeshauptstadt. Bild: dpa
Europaministerin Emilia Müller hatte es deutlich besser getroffen als Staatskanzleichef Siegfried Schneider. Dieser musste am frühen Samstagmorgen gegen 1 Uhr den neuen amerikanischen Vizepräsidenten Joe Biden am Flughafen in München begrüßen. Dagegen traf Müller den Staatsgast aus den USA am frühen Sonntagnachmittag. Die Bruckerin begleitete Biden zum Flughafen und verabschiedete den 66-Jährigen nach seinem knapp zweitägigen Besuch in der Landeshauptstadt.

Biden war zur 45. Münchener Sicherheitskonferenz an die Isar gekommen. Doch anders als viele der hochrangigen Gäste nächtigte er nicht im Konferenzhotel Bayerischer Hof in der Innenstadt sondern im ArabellaSheraton Grand Hotel München. Die am Arabellapark im vornehmen Stadtteil Bogenhausen gelegene Nobelherberge mit 629 Zimmern und 28 Suiten gehört zu einem der ersten Häuser in der Landeshauptstadt und bietet einen wunderbaren Blick auf die Alpen.

Biden, der eine der vier Luxury-Suiten im ArabellaSheraton Grand Hotel bewohnte, dürfte allerdings nicht viel Muße gefunden haben, den Ausblick zu genießen. Sein Frühstück nahm er auf dem Zimmer ein, so dass kaum ein anderer Hotelgast bemerkt haben dürfte, mit wenn er die Nacht unter einem Dach verbracht hat. Während seines knapp zweitägigen Besuchs in München absolvierte der Vizepräsident ein dicht gedrängtes Programm. Einzig am Sonntagvormittag gönnte sich der Katholik eine Auszeit und besuchte einen Gottesdienst in der Heilig-Geist-Kirche am Viktualienmarkt.

Sympathische Ausstrahlung



Auch Zeit, München zu sehen und vor allem die Münchener zu treffen, hatte Biden, der die Isarmetropole von früheren Besuchen bei der Sicherheitskonferenz - damals allerdings als Senator - kennt, nicht. Diejenigen allerdings, die ihn trafen, etwa das Hotelpersonal, beschreiben als sehr warmherzig. "Vizepräsident Biden ist ein erfahrener Außenpolitiker, der die Bedeutung von persönlichen Begegnungen zu schätzen weiß. Trotz eines randvollen Terminkalenders mit Rede, bilateralen Gesprächen und einem Empfang für hochrangige Vertreter der deutschen Delegation nahm er sich die Zeit, meine Mitarbeiter und deren Familienangehörige einzeln zu begrüßen", sagte US-Generalkonsul Eric Nelson am Montag zu unserer Zeitung. "Wir waren alle zutiefst beeindruckt von seiner sympathischen Ausstrahlung."

Beim traditionellen Diner am Samstagabend im Kaisersaal der Residenz saß der Ehrengast aus Washington an der rechten Seite des Gastgebers, Ministerpräsident Horst Seehofer. Unter den Gästen waren auch der afghanische Präsident Karsai sowie Alt-Ministerpräsident Edmund Stoiber, der sich angeregt mit dem früheren US-Außenminister Henry Kissinger unterhielt. Aufgetischt wurden in der Residenz Rauchforelle, Perlhuhnbrüstchen und Vanilleparfait, zubereitet von Heribert Hanrieder, dem Küchenchef von Dallmayr Party und Catering. Die Polizisten und Sicherheitsbeamten wurden bodenständiger bewirtet, mit Blumenkohlsuppe mit Schinkenstreifen sowie Schweineschulter.

"Es ist erfreulich, dass die Amerikaner nach Jahren des Stillstands nun mit neuer Offenheit auf die Europäer zugehen", freute sich Müller, die ebenfalls am Diner teilnahm. "Vizepräsident Biden steht für die neue Partnerschaft Amerikas mit Europa. Es war mir eine große Freude und Ehre, Vizepräsident Biden zum Flughafen zu begleiten."


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