Von Rolf Thym |
05.02.2009
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Regensburg
"Oberpfalz verträgt 300 Windräder"
Interview mit Ulrich Lenz, Inhaber der Firma Ostwind - Konkrete Projekte in der Heimat
Sie gehören schon längst zum Landschaftsbild: Windparkanlagen in Mecklenburg-Vorpommern. Bild: Ingrid Popp
Seit 15 Jahren besteht in Regensburg die Firma Ostwind des Ehepaars Gisela Wendling-Lenz und Ulrich Lenz. Ihr Unternehmen projektiert und baut Windkraftanlagen - in Deutschland, Spanien, der Tschechischen Republik, Frankreich und neuerdings in Chile. Erstmals will sich Ostwind in der Oberpfalz stark engagieren, kündigt Ulrich Lenz gegenüber unserer Zeitung an.
Es war immer wieder von Bürgerinitiativen zu hören, etwa in Vilseck oder auch in Weiden, die sich gegen geplante Windräder stellen. Haben Sie für die Befürchtungen der Menschen Verständnis?
Lenz: Menschen fürchten sich oft vor Veränderungen, und dafür habe ich Verständnis. Ich habe aber kein Verständnis dafür, wenn mit Hilfe von Pseudoargumenten Stimmung gemacht wird und letztlich sinnvolle und unter Berücksichtigung aller Umweltanforderungen gut geplante Windprojekte durch pure Stimmungsmache zu Fall gebracht werden. Da hört es auf. Man muss schon reden miteinander.
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Regensburg
"Oberpfalz verträgt 300 Windräder"
Interview mit Ulrich Lenz, Inhaber der Firma Ostwind - Konkrete Projekte in der Heimat
Die bestehenden Windkraftanlagen sind vor allem im Landkreis Neumarkt konzentriert. Die Karte der Bezirksregierung weist hier noch zahlreiche "weiße Flecken" auf. Repro: NT⁄AZ
In Vilseck und Weiden waren nicht Sie die Projektierer, sondern zwei Ihrer Mitbewerber. Was hätten Sie dort anders gemacht? Lenz: Ich kenne die Vorgehensweise bei diesen Projekten nicht. Wir jedenfalls gehen immer zu einem sehr frühen Zeitpunkt unserer Projekte auf die Entscheidungsträger und die Bürger zu, weil wir versuchen, unsere Windkraftanlagen im Einklang mit der Bevölkerung zu realisieren.
Was entgegnen Sie Bürgern, die an potenziellen Windkraft-Standorten befürchten, dass riesige Rotoren die Landschaft und damit auch die Attraktivität von Tourismusgebieten schwer beeinträchtigen?
Lenz: Es gibt seriöse Umfragen in tourismusgeprägten Landschaften zum Thema Windenergie, etwa an der Nordseeküste und an den Seenplatten in Mecklenburg-Vorpommern. Und alle diese Untersuchungen haben gezeigt, dass eben kein negativer Einfluss auf die Tourismuszahlen durch die Windkraftanlagen zu registrieren ist. Außerdem gibt es rechtskräftige Urteile der Verwaltungsgerichte über Windkraftanlagen im Bayerischen Wald, die eine Vereinbarkeit von Windkraft und Landschaftsschutz sehen.
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"Oberpfalz verträgt 300 Windräder"
Interview mit Ulrich Lenz, Inhaber der Firma Ostwind - Konkrete Projekte in der Heimat
Gisela Wendling-Lenz und Ulrich Lenz: Der Widerstand gegen die Atomkraft prägte die Inhaber der Firma Ostwind. Sie haben in Wackersdorf gegen die WAA demonstriert, die vor 20 Jahren nicht zuletzt wegen jahrelanger Demonstrationen gescheitert ist. Bild: Thym
Auf einer Karte der Bezirksregierung kann man die Windräder in der Oberpfalz zählen: Es sind 35. Sind die Windstärken in der Region ausreichend für weitere Anlagen?
Lenz : Ich bin der Meinung, dass die Oberpfalz ohne weiteres noch 300 Anlagen verträgt. Dazu ein Vergleich: In Rheinland-Pfalz kommt rein rechnerisch auf 25 Quadratkilometer eine Windkraftanlage, in der Oberpfalz ist es nach heutigem Stand eine auf 313 Quadratkilometer.
Das zeigt, dass bei gleicher Dichte wie in Rheinland-Pfalz in der Oberpfalz 390 Anlagen rechnerisch Platz hätten, ohne das Landschaftsbild zu überfrachten. Übrigens ist Rheinland-Pfalz auch ein Tourismusgebiet. Nach Einschätzung des Bundes Naturschutz sind in Bayern 1500 Anlagen ohne Landschafts-Beeinträchtigung möglich.
Ihr Unternehmen war bis jetzt außerhalb Bayerns und dazu in etlichen europäischen Ländern aktiv. Wollen Sie nun auch Projekte in der Region angehen, in der Ostwind daheim ist?
Lenz: Das wollen wir! Und zwar mit Elan und Begeisterung. Das ist für uns ein ganz neues Gefühl, wenn Bürgermeister aus der Oberpfalz einfach mal in unserem Büro in Regensburg vorbeischauen und fragen, ob wir in ihren Gemeinden nicht helfen können bei der Entwicklung erneuerbarer Energien - bis hin zum ausgeprägten Wunsch der Bürger und Gemeinderäte energietechnisch autark zu werden. Und ohne Wind kann man das nicht machen.
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"Oberpfalz verträgt 300 Windräder"
Interview mit Ulrich Lenz, Inhaber der Firma Ostwind - Konkrete Projekte in der Heimat
Verfolgen Sie schon konkrete Projekte in der Oberpfalz?
Lenz: Wir bereiten derzeit Projekte in allen Oberpfälzer Landkreisen vor - in unterschiedlichen Entwicklungsstadien. Für uns ist das nämlich ein ganz wichtiges Anliegen, dass wir helfen wollen, die Region unabhängiger von Energielieferungen von woher auch immer zu machen.
Und ich denke, dass die Oberpfalz alle Möglichkeiten hat, sich in erlebbarer Zeit zu 100 Prozent aus regenerativer Energie zu versorgen. Dabei spielt die Windenergie eine Schlüsselrolle, weil nur mit ihr Strom in den großen Mengen produziert werden kann, die zu einer energieautarken Oberpfalz führen.
Welche Bedeutung hat die Windkraft für den Arbeitsmarkt?
Lenz: In Deutschland sind 90 000 Arbeitsplätze in der Windbranche geschaffen worden, davon in Bayern mehr als 5000, vor allem in der Zulieferindustrie. Übrigens profitiert auch die Oberpfalz von unserer Branche: In Weiherhammer produziert Gusstec mit etwa 60 Prozent seiner gesamten Kapazität Gussteile für Windenergieanlagen.
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"Oberpfalz verträgt 300 Windräder"
Interview mit Ulrich Lenz, Inhaber der Firma Ostwind - Konkrete Projekte in der Heimat
In Regensburg werden alle von Areva gelieferten Mittelspannungsanlagen für die Windbranche hergestellt, auch die Starkstrom-Gerätebau und die Maschinenfabrik Reinhausen sind für die Windenergie tätig. Allein über 100 Menschen in der Oberpfalz arbeiten bei Ostwind, bei unseren Kollegen von Aufwind und Windpower sowie in diversen ökologischen Planungs- und Gutachterbüros. Das ließe sich noch deutlich ausbauen. (Portrait der Firma Ostwind in der Freitagsausgabe, Wirtschaft in der Region)
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Der frühere Fußball-Nationalspieler Heiko Herrlich gibt nach Medienberichten das Traineramt beim Drittligisten SpVgg Unterhaching zum Saisonende ab. Wie die «Bild»-Zeitung am Freitag vermeldete, wolle der 40-Jährige zurück zu seiner Familie nach Nordrhein-Westfalen ziehen. mehr...
Der frühere Fußball-Nationalspieler Heiko Herrlich gibt nach Medienberichten das Traineramt beim Drittligisten SpVgg Unterhaching zum Saisonende ab. Wie die «Bild»-Zeitung am Freitag vermeldete, wolle der 40-Jährige zurück zu seiner Familie nach Nordrhein-Westfalen ziehen. mehr...
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Der frühere Fußball-Nationalspieler Heiko Herrlich gibt nach Medienberichten das Traineramt beim Drittligisten SpVgg Unterhaching zum Saisonende ab. Wie die «Bild»-Zeitung am Freitag vermeldete, wolle der 40-Jährige zurück zu seiner Familie nach Nordrhein-Westfalen ziehen. mehr...
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