Amberg
Brasilianischer Zauber umfängt die Oberpfalz
Maucha Adnet und ihre Band bringen den Bossa Nova nach Amberg - Magische Gänsehaut
Amberg. Für ein paar Sekunden sucht diese zunächst eigentümlich fremde Stimme den Weg ins Ohr, dann findet sie den richtigen Gehörgang und setzt sich hier fest. Nachhaltig und nicht mehr weg zu kriegen. Wer Maucha Adnet schon öfter gehört hat, kennt das. Die Brasilianerin mit Wohnsitz in New York war am Montagabend zu Gast im Club Habana. Sie ließ am Ende einen Saal voller glücklicher Menschen zurück.
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| Maucha Adnet ist eine Königin des Bossa Nova. Am Montagabend verzauberte sie ihr Publikum im Club Habana mit einem musikalischen Ausflug in ihr Heimatland Brasilien. Bild: Steinbacher |
Dem Oberpfälzer Spitzentrommler Gerwin Eisenhauer haben wir es zu verdanken, dass Maucha Adnet den Weg nach Amberg gefunden hat. Der hatte nämlich in den 80er Jahren in New York Schlagzeugunterricht beim Ehemann von Maucha Adnet. Aber lassen wir Maucha singen. Hören, wir die geheimnisvollen Windungen der portugiesischen Sprache durch den Raum schweben, getragen von den jazzig-brüchigen Harmonien des Bossa Nova. Die Stimme füllt den Raum aus und vorne wiegt und bewegt sich Maucha Adnet in den Rhythmen, die sie gemeinsam mit ihrer Band produziert.
Da wäre zum Beispiel bewusster Gerwin Eisenhauer am Schlagzeug, dem man auch ein eigenes Kapitel widmen könnte. Ein Zauberer der Trommeln, der heute das einst schwer erarbeitete mit einer beinahe heiteren Leichtigkeit auf seine Felle und Becken klopft. Der seine fast manische Getriebenheit der 90er Jahre völlig abgelegt hat, in sich ruht und so aus sich herausgeht. Der sichtlich Spaß daran hat, neben Maucha Adnet der Star der Kapelle zu sein, der seine beiden kongenialen Mitstreiter Uli Zrenner-Wolkenstein (Bass) und Walter Lang (Piano) rhythmisch zusammenführt und immer wieder mit witzigen und überraschenden Einwürfen verblüfft.
Das gefällt Maucha Adnet, sie lässt ihre magische Altstimme flirren, nimmt die Zuhörer mit auf eine Reise durch Brasilien. Singt die Klassiker des Bossa Nova, streut unbekannte Perlen ein, bringt dem Freund und Förderer Jobim den gebotenen Respekt entgegen, macht aber auch einmal einen kleinen Abstecher hinüber zu Gilberto Gil, der dem Bossa Nova ja bald wieder untreu wurde und neue Wege der brasilianischen Musik suchte. Was ihn zeitweise sogar auf den Posten des brasilianischen Kulturministers brachte.
Die gedrückten Vokale des brasilianischen Portugiesisch, die Nasale und Zischlaute geben dem Bossa Nova seine Unverwechselbarkeit. Zum Glück beschränkt Maucha Adnet die englischen Einsprengsel auf sehr kurze Passagen, denn schnell ist dann der Zauber Südamerikas hinüber.
„Chega de saudade“ will noch einmal Gänsehaut und zur Zugabe singt sie es doch: Garota de Ipanema - The Girl from Ipanema. Großes Kino im ehemaligen Kino!
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