Von (lnz) |
16.12.2008
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Mitterteich
Ein Leben voller Visionen
Unternehmer Alois Lang erhält für sein Lebenswerk die Ehrenmedaille der Stadt Mitterteich
Mitterteich. (lnz) Die "Petersklause" und der "Freizeithugl" sind heute nicht mehr aus dem Großbüchlberger Ortsbild wegzudenken. Alois Lang legte einst den Grundstein für diese Einrichtungen und entwickelte sie unermüdlich weiter. Für sein Lebenswerk erhielt der 88-Jährige am Montagabend die Ehrenmedaille der Stadt Mitterteich.
Alois Lang (vorne, Dritter von rechts) ist neuer Ehrenmedaillenträger der Stadt Mitterteich. Bürgermeister Roland Grillmeier (vorne, Dritter von links) überreichte Ehrenmedaille, Anstecknadel und Urkunde, zweiter Bürgermeister Karl-Heinz Ernstberger (hinten links) sowie Langs Kinder und Enkel gratulierten. Bild: lnz
"Alois Lang hat sich besondere Verdienste um die Entwicklung eines neuen Standbeins unserer Stadt erworben - dem Bereich Tourismus, Freizeit und Gastronomie", betonte Bürgermeister Roland Grillmeier in der Sondersitzung des Stadtrats. "Der ,Freizeithugl', die ,Petersklause' und alles, was dort rundherum geschaffen wurde, tragen seine Handschrift", so Grillmeier weiter. "Sein Leben lang hatte er Visionen, die nach und nach von ihm oder seinen Kindern umgesetzt wurden."
Wie der Bürgermeister berichtete, gehe die Ehrenmedaille zum ersten Mal an eine Persönlichkeit aus einem der Mitterteicher Ortsteile. Ein Novum sei auch, dass die Auszeichnung für Verdienste im unternehmerischen Bereich verliehen werde. Auf eine entsprechende Satzungsänderung hatten sich die Stadtratsmitglieder erst vor zwei Wochen geeinigt (wir berichteten). Einstimmig sei schließlich der Beschluss zur Ehrung von Alois Lang gefasst worden, informierte Grillmeier. Den Vorschlag zur Verleihung der Medaille an Lang habe zweiter Bürgermeister Karl-Heinz Ernstberger auch im Namen des Tourismusfördervereins eingebracht.
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Mitterteich
Ein Leben voller Visionen
Unternehmer Alois Lang erhält für sein Lebenswerk die Ehrenmedaille der Stadt Mitterteich
Drei Jahre in Gefangenschaft
Bürgermeister Grillmeier erinnerte in seiner Laudatio an die wichtigsten Stationen im Leben des Geehrten. Alois Lang wurde am 28. September 1920 als sechstes von acht Kindern geboren. Weil sein Vater bereits drei Jahre später starb, musste er wie seine Geschwister schon frühzeitig auf dem Hof mithelfen. Mit Anfang 20 wurde Lang in die Wehrmacht eingezogen und als Soldat nach Russland geschickt. Erst 1948 kehrte Alois Lang in die Heimat zurück - nach sieben Jahren und acht Monaten. Allein drei Jahre davon verbrachte er in russischer Gefangenschaft. Drei seiner Brüder sind im Krieg gefallen, ebenso wie drei Brüder seiner späteren Frau. 1950 heiratete Alois Lang seine Anna (geborene Gleißner) und übernahm den Hof ihrer Eltern in Pfaffenreuth. Nachdem das Paar das Anwesen Stück für Stück ausgebaut hatte, folgte 1966 die Übernahme des Hofes in Großbüchlberg, auf dem Alois Lang aufgewachsen war.
"Rucksacklift" und Kiosk
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Mitterteich
Ein Leben voller Visionen
Unternehmer Alois Lang erhält für sein Lebenswerk die Ehrenmedaille der Stadt Mitterteich
Auf dem "Doß'n Grund" unterhalb der heutigen Straße nach Konnersreuth waren damals bereits Skifahrer aktiv, die eine selbst gebaute Sprungschanze nutzten. Auf Anregung einigen Skifahrer entschied sich die Familie Lang im Jahr 1968, auf dem "Petersgrund" einen Skilift zu errichten. 1969 startete schließlich der Betrieb mit einem "Rucksacklift". Wenig später folgte ein Kiosk, wo sich die Skifahrer mit Tee und heißen Würstchen stärken konnten.
Wegen der fehlenden sanitären Anlagen und beengter Platzverhältnisse in der Hütte entstand unter der Regie von Alois und Anna Lang 1970 der mittlere Bereich der heutigen "Petersklause". Langs unermüdlicher Einsatz von früh bis spät forderte zwischenzeitlich seinen Tribut: 1976 erlitt er einen Herzinfarkt und musste pausieren. Doch schon Ende 1977 packte er wieder an und erweiterte die "Petersklause" um einen Saal. 1981 errichtete Lang einen zweiten Skilift, 1983 folgte bereits ein dritter. Anfang der 80er Jahre griffen auch Langs Kinder aktiv in die Weiterentwicklung der Freizeiteinrichtungen ein. So baute Sohn Konrad 1982 eine Minigolfanlage, später folgten eine Pit-Pat-Anlage und eine Pension. Sohn Gerhard übernahm die Verantwortung in der "Petersklause". 1991 eröffnete Alois Lang mit seiner Frau und Tochter Anna die Sommerrodelbahn. Ein weiterer Meilenstein war die Installation von drei Beschneiungsanlagen im Jahr 2001. Alois Lang hat dieses Projekt gemeinsam mit Sohn Alfons realisiert. Für Aufsehen sorgte Alois Lang zuletzt 2005 mit dem Bau einer Lourdes-Grotte: Sie entstand zum Andenken an seine im Krieg gefallenen Familienmitglieder.
Alois Lang zeigte sich am Ende der Sitzung gerührt von der Auszeichnung. "Ich habe die halbe Zeit nicht geschlafen", bemerkte er mit Blick auf sein jahrzehntelanges Wirken rund um die "Petersklause" und den Großbüchlberger "Freizeithugl".
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