Amberg
Dampf für Lokomotive Ostbayern
Bahnchef Mehdorn: Region eine „Mobilitätsdrehscheibe“ - CSU stellt Forderungskatalog auf
Amberg. Hartmut Mehdorn höchstpersönlich hat es bewiesen: Man muss nicht mit dem Zug anreisen, um sich zu verspäten. Eine Dreiviertelstunde später als geplant traf der Bahnchef am Freitagnachmittag zur Konferenz „Mobilitätsdrehscheibe Ostbayern“ in Amberg ein - obwohl er mit dem Auto gekommen war.
Peking im Blick
Mehdorn hatte hier weniger den grenzüberschreitenden Nahverkehr zwischen Nürnberg und Pilsen im Blick, als vielmehr die globalen Verkehrsströme. Schon heute sei Passau der zweitgrößte Grenzübergang für den Schienenverkehr. Die Bahnlinie Passau-Regensburg sei eine der am dichtest belegten in ganz Deutschland. Hier führen beispielsweise täglich drei bis vier Güterzüge in die Türkei. „Im nächsten Jahr fahren wir mit Regelzügen bis nach Peking.“
„Wir können diese noch vor wenigen Jahren ungeahnten Möglichkeiten aber nur nutzen, wenn die Infrastruktur hier vor Ort stimmt“, erklärte Mehdorn. Dazu gehöre die Elektrifizierung der „Entlastungsstrecke“ Hof-Regensburg genauso, wie der Ausbau der Ost-West-Verbindung zwischen Nürnberg und Prag. Mehdorn, wie auch Josef Koborsky vom tschechischen Verkehrsministerium, ließen hier keinen Zweifel daran, dass sie an der Priorität der Nordspange über Hof, Marktredwitz und Eger festhalten. Aber die Bahn hätte auch nichts gegen eine Elektrifizierung der Strecke über Amberg, Schwandorf und Furth im Wald. Mehdorn: „Wir würden vieles machen, wenn die Rahmenbedingungen stimmten. Und diese Rahmenbedingungen sind nun einmal das Geld.“
Der Konzernchef forderte die versammelten CSU-Politiker aus der Region auf, für ihre Anliegen „in Berlin zu trommeln“. „Andere Bundesländer tun das auch.“ Eine Steilvorlage, die die Amberger CSU-Kreisvorsitzende Barbara Lanzinger in der anschließenden Diskussion aufgriff: „Wir werden trommeln, dass allen hören und sehen vergeht.“ Gemünzt war diese Ankündigung auf eine Resolution zur Stärkung der Ost-West-Trasse über Amberg und Schwandorf, die die Kreisverbände Amberg-Sulzbach, Amberg, Schwandorf und Cham an Mehdorn übergaben.
Die Resolution wird nun in einen Katalog von Forderungen aufgenommen, der wiederum laut verkehrspolitischem Sprecher der CSU-Landesgruppe im Bundestag, dem Chamer Abgeordneten Klaus Hofbauer, „gute Chancen hat, in das Bundestagswahlprogramm der CSU einzufließen“. Die Wunschliste der drei Bezirksverbände ist lang. An erster Stelle steht eine Fernverkehrsverbindung von München nach Prag über Furth im Wald mit direktem Anschluss an den Flughafen im Erdinger Moos.
Tunnel entlasten
Auf der Agenda der Christsozialen sind auch vier konkrete Autobahnprojekte aufgeführt: Der sechsstreifige Ausbau der A 3 zwischen Kreuz Regensburg und der Anschlussstelle Rosenhof, eine „Ertüchtigung“ des Autobahnkreuzes Regensburg, der Weiterbau der A 94 zwischen München und Pocking sowie die Entlastung der A 93 im Bereich des Pfaffensteiner Tunnels. Hier soll eine Umfahrungsmöglichkeit über Lappersdorf geschaffen werden.
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