Weiherhammer
Brutto 8,50 Euro pro Stunde
KAB fordert höheren Mindestlohn als Gewerkschaften - Tarifpartner beteiligen
Zum Mindestlohn machte vor zahlreichen KAB-Mitgliedern und Gästen Diözesansekretär Markus Nickl klar, dass sich die KAB in Hinblick auf ein europäisches Sozialmodell und die notwendige Angleichung von Sozialstandards für einen einheitlichen gesetzlich geregelten Mindestlohn in Deutschland ausspricht.Dieser könne allerdings die deutsche Tarifautonomie nicht ersetzen, aber gerade in den Bereichen sinnvoll ergänzen, in denen keine existenzsichernden Löhne durchgesetzt werden könnten. Die internationale Arbeitsorganisation habe gefordert, in allen Staaten ein nationales Mindestlohnsystem als Schutz gegen unangemessene Niedriglöhne einzuführen. Die KAB unterstützt diesen Verfahrensvorschlag für Deutschland und fordert die Bundesregierung auf, die Tarifparteien an der gesetzlichen Regelung zu beteiligen.
Nach Nickl gebe es außer in Finnland und Deutschland überall in Europa den Mindestlohn. In vielen Branchen bilde sich ein grenzüberschreitender europäischer Arbeitsmarkt heraus, der nach eine einheitlichen Struktur der Lohn- und Arbeitsstandards verlange, damit Arbeitnehmer nicht gegeneinander ausgespielt werden könnten.
Der deutsche Arbeitsmarkt sei im Zuge dieser Entwicklung in vielen Bereichen zu einem Dumpingarbeitsmarkt geworden, der das Lohnniveau in anderen europäischen Ländern gefährde. Man könne nicht länger zulassen, dass Betriebe sich durch schlecht bezahlte Erwerbsarbeit Wettbewerbsvorteile gegenüber solchen Betrieben verschaffen, die tarifvertragliche und existenzsichernde Löhne zahlen.
Die KAB orientiert sich an der Maßgabe der Europäischen Sozialcharta, dass die Mindestlohnhöhe 60 Prozent des durchschnittlichen Nettolohnes des jeweiligen Landes betragen sollten. Sie setzt sich für einen Bruttolohn von 8,50 Euro pro Stunde ein. Die von den Gewerkschaften geforderten 7,50 Euro sah Nickl als zu niedrig angesetzt an.
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