Von (ll) |
26.11.2008
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Amberg
Keine Flucht aus den Klassenzimmern
Trotz Drohung im Internet herrscht am Dienstag an Amberger Schulen weitgehend Normalität
Amberg. (ll) Die Aufregung um die im Internet ausgesprochene Drohung, an einer Amberger Schule "etwas machen" zu wollen, hat am Dienstag nicht zu einer "Flucht" der Kinder aus den Schulen geführt. Nach Angaben der Schulleiter gegenüber der AZ gab es zwar einige Fälle, in denen Eltern ihre Kinder unter Hinweis auf die Gefahrenlage vom Unterricht entschuldigten. Deren Zahl hielt sich aber sehr in Grenzen.
"Von unseren insgesamt 1035 Schülerinnen sind drei von ihren Eltern aus diesem Grund zu Hause gelassen worden", sagte etwa Renate Gammel, die Direktorin der Dr.-Johanna-Decker-Schulen. In der Montessori-Schule blieben laut Hauptschul-Leiterin Conny Wrobel "ein paar Kinder" dem Unterricht fern. Sie habe aber mit deren Eltern gesprochen und sie beruhigen können: "Die Kinder kommen morgen wieder."
Auch im Beruflichen Schulzentrum sowie dem Erasmus-, dem Max-Reger- und dem Gregor-Mendel-Gymnasium fehlten nicht auffällig mehr Schüler als an "normalen" Tagen. Die meisten Schulleiter betonten die Ruhe in ihrem Haus und die weiterhin geltenden Vorsichtsmaßnahmen, die von der Polizei empfohlen wurden.
Polizei muss warten
Deren Amberger Pressesprecher Peter Krämer teilte gestern Nachmittag auf AZ-Nachfrage mit, derzeit gebe es in dem Fall keine neue Entwicklung. Man warte weiterhin auf die Auskunft des Internet-Providers, die auf die Spur des Unbekannten führe. "Die soll spätestens am Mittwoch oder am Donnerstag kommen." Und wenn die Identität des Mannes geklärt sei, könne man hoffentlich auch Entwarnung geben.
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Amberg
Keine Flucht aus den Klassenzimmern
Trotz Drohung im Internet herrscht am Dienstag an Amberger Schulen weitgehend Normalität
Großes Lob erhält die Polizei unterdessen für ihren Umgang mit der Bedrohungslage von den Schulleitern. Für Edward König (GMG) ist deren "neutraler und nüchterner" Umgang mit der Situation einer der Gründe dafür, dass am Dienstag "die Normalität an der Schule sehr groß" war. Renate Gammel bezeichnete den Umstand, dass die Schule von den Beamten ständig mit Informationen versorgt werde und dass die Polizisten auch jederzeit zu erreichen seien, als "sehr angenehm und beruhigend". Am Montag hatten sich die Lehrer zunächst an die Empfehlung der Polizei gehalten, den Kindern nichts von der Drohung zu erzählen, um keine Panik-Reaktion aufkommen zu lassen. Nachdem aber das Thema durch Medienmeldungen die Runde machte und die Informationen auch bei den Schülern ankamen, gingen die Lehrer vielerorts dazu über, ihr Wissen mit ihren Schützlingen zu teilen.
Von Kindern verarbeitet
Wo das am Montag noch nicht geschehen war, sprachen die Lehrer am Dienstag vor der ersten Stunde das Thema an. Nach dem Eindruck der Schulleiter war aber da zumindest vor der ganzen Klasse der Gesprächsbedarf der Schüler nicht sehr hoch. Sie hätten die ganze Sache wohl schon weitgehend verarbeitet gehabt. "Wir Lehrer stehen aber weiterhin als Ansprechpartner auch für Einzelne zur Verfügung, wenn sie ihr Herz ausschütten oder einfach irgendetwas wissen wollen", signalisierte Walter Brunner (Erasmus-Gymnasium), dass er eventuelle Ängste ernst nimmt.
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Trotz Drohung im Internet herrscht am Dienstag an Amberger Schulen weitgehend Normalität
Wobei die Besorgnis bisher von den Eltern deutlich stärker als von den Kindern artikuliert wurde. Nicht nur durch Anrufe im Direktorat. Am Max-Reger-Gymnasium ging das laut dem stellvertretenden Schulleiter Paul Schmidt so weit, dass am Montagnachmittag einzelne Kinder von besorgten Eltern aus der Schule geholt wurden. Bei den erfahrenen Pädagogen treffen sie mit ihren Befürchtungen auf Verständnis. "Ich mache mir auch Sorgen um die Kinder", sagte etwa Walter Brunner. "Viele Eltern sind unruhig und die Kinder auch, obwohl sie es vielleicht nicht so zeigen."
Conny Wrobel wundert die Verunsicherung der Eltern nicht: "Es war für uns alle ein Riesenschock, dass so etwas bei uns überhaupt gedacht werden kann." Deshalb sei es aber auch wichtig, bei allen gebotenen Vorsichtsmaßnahmen "so gut es geht den normalen Ablauf beizubehalten". Noch einen Schritt weiter geht Michael Birner, der Leiter des Beruflichen Schulzentrums, der demonstrativ Gelassenheit verbreitet: "Bei uns gibt es keine Aufregung, an keiner Stelle."
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