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Von (roa)  |  27.10.2008  | Netzcode: 1583874  |  3303 Mal gelesen.
Amberg

Die Nacht des Wissens

"Deutschland liest" in Amberger Bibliotheken - Vom Rechenbrett bis Roboter

Amberg. (roa) Hinterher ist man immer schlauer - vor allem nach langen Nächten in Bibliotheken. Für die Teilnahme an der bundesweiten Aktion "Deutschland liest" hatten die Bibliothekarinnen Christina Michel (Hochschule), Siglinde Kurz (Provinzialbibliothek) und Bettina Daller (Stadtbibliothek) ein tolles Programm organisiert.

Während tagsüber in der Stadtbücherei zwei Lesungen hauptsächlich Kinder begeisterten, konnten sich die Erwachsenen am Abend in der Provinzialbibliothek in die Welt der Mathematik entführen lassen. Mitarbeiter Tobias Rößler erläuterte anhand einiger Buchbeispiele aus den Regalen, wie sich Wissenschaftler mit Zahlen beschäftigten. So habe der "Wortrechner" Michael Stifel (1487 - 1567) in seinem "Rechenbüchlein: Vom EndChrist" den Weltuntergang für 19. Oktober 1533, 8 Uhr, vorhergesagt. "Natürlich ging die Welt nicht unter, wie wir wissen", sagte Rößler, "doch es kam zu einer Massenpanik und Michael Stifel wurde in Schutzhaft genommen". Aus dieser Zeit stamme der wenig schmeichelhafte Ausdruck "einen Sti(e)fel rechnen". Zu einem Rechenbrett nach Adam Ries (1492 - 1559) gehörten auch Rechenpfennige ohne Wert. "Die findet man heute noch. 95 Prozent davon wurden damals in Nürnberg hergestellt." Von magischen Quadraten ging es über Isaac Newton und den Zehn-Mark-Mann Carl Friedrich Gauß zu Schachbrett und Roulette in die Neuzeit. Rößler verblüffte mit einer Legende, wonach sich ein Mann von seinem König für jedes Feld auf dem Schachbrett Weizenkörner wünschte: Und zwar für das erste eins, das zweite zwei, das dritte drei und so weiter. Dabei komme insgesamt eine völlig "astronomische" Zahl heraus: "Es wären über 18 Trillionen Weizenkörner gewesen. Damit könnte man die komplette Insel Großbritannien bedecken auf einer Höhe von zehn Meter."

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