Amberg
Atzlricht der "ideale Standort"
OB Dandorfer rechtfertigt bei Bürgerversammlung Pläne für Gewerbegebiet und Biogasanlage
Amberg. (tk) Die Stadträte haben sich längst festgelegt und die Mitglieder der Bürgerinitiative Fuchsstein auch. Während die einen mehrheitlich bei Atzlricht ein Gewerbegebiet haben möchten, setzen sich die anderen vehement dafür ein, den dortigen Naherholungsraum in Gänze zu erhalten. Bevor die Amberger am Sonntag, 30. November, beim Bürgerentscheid über das weitere Vorgehen befinden, nutzte OB Wolfgang Dandorfer die Bürgerversammlung am späten Dienstagabend, um das Vorhaben der Stadt erneut zu rechtfertigen.
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| Wir brauchen dringend neue Gewerbeflächen, da zusammenhängende Flächen in Amberg nicht mehr vorhanden sind. |
"Ständig Anfragen"
In den vorhandenen Industrie- und Gewerbegebieten seien nur noch 6,8 Hektar Platz. Die größte freie Fläche (17 500 Quadratmeter) befinde sich im Stadtteil Luitpoldhöhe. Dieses Areal sei Firmen wiederholt angeboten worden, aber: "Es ist für viele Betriebe nicht geeignet." Da es "ständig Anfragen" von Unternehmen gebe, die nicht bedient werden könnten, sei die Stadt nun gefordert.
Als Beispiel nannte Dandorfer das Interesse eines Logistikers: "Wir konnten die Flächen, die er wollte, nicht anbieten." Die BHS Corrugated Maschinen- und Anlagenbau GmbH, die in Weiherhammer bei Weiden 20 Millionen Euro investiere und auf 21 Hektar 500 neue Arbeitsplätze schaffe, sei ein weiterer Beleg für den Amberger Handlungsbedarf: "Vier Gemeinden haben sich um die Ansiedlung beworben. Wir hätten uns nicht bewerben können."
Da in der Industrie Entscheidungen dieser Art "sehr schnell fallen", benötige Amberg "unbedingt Vorratsflächen". Die Nähe zur Autobahn, die mögliche Kooperation mit Ursensollen, die zum Teil schon vorhandene Erschließung und die Tatsache, dass sich das Gebiet bereits im Besitz der Stadt befindet, machen Atzlricht laut Dandorfer zum "idealen Standort".
Auf Ursensollener Gebiet?
Der Oberbürgermeister ging in der Mensa des Gregor-Mendel-Gymnasiums auch auf die vom Stadtrat ebenfalls bereits beschlossene Biogasanlage ein. Diese müsse nicht zwangsläufig auf dem Gebiet des ehemaligen Munitionsdepots errichtet werden und könnte genau so gut "auf der anderen Straßenseite" entstehen - auf Ursensollener Hoheitsgebiet.
Während seines Vortrags sagte Dandorfer auch, dass sich die in Rammertshof beheimateten Segelflieger keine Sorgen machen müssten: "Sie werden mit Sicherheit bleiben können." Gleiches gelte für Spaziergänger: "Wer seinen Hund ausführen will, kann seinen Hund ausführen." Das Ammerbachtal bleibe vom Gewerbegebiet "völlig unbeeinflusst". Lediglich neun Prozent der Gesamtfläche würden heraus gelöst. Ein Punkt ist laut Wolfgang Dandorfer in der bisherigen Diskussion "zu kurz gekommen": Da Biomasse nur begrenzt verfügbar sei, sei das Zeitfenster für den Bau einer Biogasanlage "nicht für immer geöffnet". Deswegen sei nun Eile geboten.
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