Pleystein
300 Millionen Jahre altes Wahrzeichen
Erdgeschichtliche Exkursion mit Geopark-Rangerinnen auf dem Pleysteiner Kreuzberg
Pleystein. Der Kreuzberg gehört zu den letzten großen Pegmatiten in der Region, die man noch besuchen kann. Das Pleysteiner Wahrzeichen ist 2004 in die Liste der schönsten bayerischen Geotope aufgenommen worden. Am "Tags des Geotops" boten die Geopark-Rangerinnen Eva Fuhrmann und Rosa Schaller eine erdgeschichtliche Führung.
"Geotope sind erdgeschichtliche Bildungen der unbelebten Natur sowie wertvolle Dokumente des Naturerbes und Schlüsselstellen, an denen Erkenntnisse über die Entwicklung des Planeten Erde und des Lebens gewonnen werden können.Harter Quarzkern
Geotope sind daher nicht nur für die Wissenschaft, sondern auch für die Allgemeinheit von großer Bedeutung, denn die Wiederherstellung eines zerstörten Geotops ist meist selbst mit größtem Aufwand nicht möglich", sagte Ehmann beim Start an der Infotafel am Stadtweiher. "Der Rosenquarzfelsen hat schon immer Aufsehen erregt und deshalb auch dem Ort den Namen gegeben. Der Kreuzberg, auf dem im Mittelalter eine Burg thronte und der deshalb früher Schlossberg hieß, hat in der Nord-Süd-Richtung eine Ausdehnung von 150 Metern, in der Breite von cirka 100 Metern", erläuterte Schaller. Er sei der harte Quarzkern eines sehr großen Pegmatitkörpers.
Berühmt sei der Felsen vor allem wegen seiner schönen und seltenen Mineralien geworden. Seine Bildung stehe in engem Zusammenhang mit den vor etwa 300 Millionen Jahren entstandenen Graniten im kristallinen Grundgebirge Ostbayerns. Vielfach sei der Quarz gestreift. "Diese Streifen rühren von mikroskopischen Flüssigkeitseinschlüssen her", sagte Schaller. An der südlichen und westlichen Seite des Felsens finden sich einige stark zersetzte gelbliche bis graue Feldspatreste. Von 1851 bis 1920 wurde der Quarz abgebaut und als Rohstoff zur Porzellan- und Glasherstellung verkauft. So sei auch die heute viel bewunderte und fast senkrechte Ostseite des Berges entstanden. Beim Abbau, der 1920 verboten worden sei, sei man auf kugelige Hohlräume, so genannte Drusen, im Quarz, die mit farbigen Kristallen ausgefüllt waren, gestoßen. Damit war der Anfang für die bekannte Lehner'sche Mineraliensammlung, die im Stadtmuseum ausgestellt ist, gemacht. 1960 habe sich als Folge von Spaltenfrost aus etwa drei bis zehn Metern Höhe von der Nordostwand des Kreuzberges ein etwa 100 Tonnen schwerer Quarzblock gelöst.
Glasschleifer am Sonntag
Am Sonntag, 28. September bieten die Geopark-Rangerinnen eine Wanderung auf dem Glasschleifererweg unter dem Motto "Auf den Spuren der Glasschleifer - Geologie, Geschichte und Geschichten" an. Start ist um 10 Uhr am Terrassenbad. Dauer etwa sechs Stunden mit Einkehr in Neuenhammer. Strecke rund 13 Kilometer. Gebühr vier Euro, Kinder frei.
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