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02.09.2008  | Netzcode: 1519558  |  54 Mal gelesen.
Edelsfeld

Global darf nicht unsozial werden

ödp-Landesvorstandsmitglied Sebastian Frankenberger stellt neue Marshallplan-Initiative vor

Edelsfeld. "Die Globalisierung lässt sich nicht vermeiden, sie muss aber nach den Prinzipien einer weltweiten sozialen Marktwirtschaft gestaltet werden." Diese Aussage traf ödp-Landesvorstandsmitglied Sebastian Frankenberger bei einer Versammlung seiner Partei im Café Heldrich". Der Referent für den globalen Marshallplan im Bistum Passau stellte dabei die Initiative vor.

Frankenberger forderte soziale und ökologische Zugangsvoraussetzungen zum Weltmarkt. Die Annahme dieser Mindeststandards müsse den bisher schwächeren Ländern durch großzügige Hilfen im Rahmen eines globalen Marshallplans ermöglicht werden, der sich an das US-Vorbild nach dem Zweiten Weltkrieg für das zerstörte Europa anlehne. Dieses Prinzip habe sich in mehreren Erweiterungsphasen der Europäischen Union bewährt. Die 2003 gegründete Initiative habe sich dem humanitären Fortschritt verschrieben, wobei die von 191 Staaten im Jahr 2000 verabschiedeten Milleniumsziele der UN als Leitlinien gelten.

Desaster ausgemacht



Dass jeden Tag 30 000 Kinder an Mangel sterben, sei für eine zivilisierte Welt nicht hinnehmbar, sagte Frankenberger. Das Desaster im globalen Markt sei unausweichlich, wenn sich alle mit allen Mitteln Konkurrenz machen. Das führe zur beschleunigten Ausbeutung von Menschen, natürlichen Ressourcen und Missachtung des Klimaschutzes. Um die soziale Sprengkraft dauernder Armut wussten auch damals die Amerikaner. "Niemand sollte warten", so Sebastian Frankenberger zum Abschluss, "bis die große Politik handelt." Beispiele seien die Formen und Modelle des fairen Handels: Wer hier einkaufe, realisiere bereits die Anerkennung ökologischer und sozialer Mindeststandards. Auch die ödp wende sich gegen Marktradikalismus. Die Förderung ökosozialer Lösungen sei ein wichtiger Beitrag zur Realisierung politischer Visionen.

Frankenberger empfahl Klaus Mrasek, dem Landtags-Spitzenkandidaten der Oberpfälzer ödp, sich nach kirchlichem Vorbild von Misereor politisch für Mikrokredite zu engagieren: "Wir sollten lieber auf wenige Prozentpunkte Zinsen verzichten und dafür das Geld in Ökokredit-Banken und die Zukunft einer gemeinsamen Welt anlegen."

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