Schwandorf
CSU-Kandidat auf Tauchstation
Abschiedsbrief: Schwandorfer OB-Herausforderer Uwe Kass unauffindbar
Auf 30. Juli datiert ein von Kass an seine Ehefrau verfasster Brief, in dem er ankündigt, auf dem Weg in den Irak zu sein. Gefunden worden sein soll das Schreiben in der Münchner Kanzlei des Steuerberaters, die zehn Mitarbeiter beschäftigt. Seither gebe es kein Lebenszeichen des 42-Jährigen mehr. Gleichfalls das Datum 30. Juli trägt ein weiteres Schreiben, das der Schwandorfer CSU-Vorsitzende Andreas Wopperer am Donnerstag im Rathaus übergeben hat. Darin kündigt Kass das Niederlegen seines Kreistags- sowie Stadtratsmandats an, "da ich meinen Wohnsitz in Zukunft nicht mehr in Schwandorf haben werde."
2003 hatte der über Jahre hinweg politische Hoffnungsträger der CSU eine Steuerkanzlei in München übernommen, seinen familiären Lebensmittelpunkt in Schwandorf jedoch beibehalten und gepflegt. Durchaus überraschend kehrte er 2007 nach dem berufsbedingten Rückzug in die Kommunalpolitik zurück. Als Kandidat für das Oberbürgermeister-Amt unterlag er mit knapp 41 Prozent Amtsinhaber Helmut Hey (SPD). Kass hatte sich auf die Fahnen geschrieben, den Dialog zwischen Stadtverwaltung und Bürgern fördern zu wollen.
Im Wahlkampf zu seinen Stärken befragt, antwortete er: "Meine Willenskraft und Ausdauer, mich auch in schwierigen Situationen durchzubeißen". Über den geschäftlichen Erfolg des Steuerberaters in München wurde in Schwandorf viel spekuliert. Wie bekannt wurde, führt die Staatsanwaltschaft München I Uwe Kass als "Nebenbeschuldigten" innerhalb von Ermittlungen rund um einen dubiosen Anlagefonds.
Eine formelle Vermisstenanzeige der Ehefrau wurde den Gepflogenheiten entsprechend bisher von der Polizei wegen mangelnder Stichhaltigkeit offiziell noch nicht entgegen genommen.
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Krass, Kass, hoffentlich hast viel Geld in der Kass, was, denn sonst wirst' wohl schnell blass.