Forschungsarbeiten des Archäologen Dr. Mathias Hensch erhellen Sulzbachs frühe Phase
Sulzbach-Rosenberg. Am späten Montag Abend ist die Grabungsstelle in der Neustadt trotz Abdeckung mit Planen in sintflutartigen Gewitterfluten abgesoffen - der Wettergott meint es nicht gut mit den Archäologen. Dennoch stand Dr.Mathias Hensch gestern pünktlich 10 Uhr in der halbwegs trockenen Grube, um zahlreiche interessierte Sulzbach-Rosenberger über seine momentanen Forschungen zu unterrichten.
"Die älteste Geschichte von Sulzbach ist, wie könnte es auch anders sein, im Boden versteckt. Umso wichtiger sind solche Grabungen im Vorfeld von Baumaßnahmen, um mit der Zeit etwas Licht ins Dunkel zu bringen", erläuterte der Archäologe eingangs die Bedeutung seiner aktuellen Arbeit.
Seit Beginn der 90er Jahre mit dem Terrain Sulzbach bestens vertraut (damals gingen die Grabungen im Kernbereich des Sulzbacher Schlosses über die Bühne), hat Dr. Mathias Hensch immer wieder mit teils spektakulären Grabungsbefunden in der Region aufwarten können. Sei es nun im Schloss, auf dem Frohnberg, in Ermhof bei Neukirchen und neuerdings eben in der Sulzbacher Neustadt, wo zeitgleich vor einigen Wochen die Oberflächensanierung der Straße begonnen hat.
Stützpunkt der Franken
Sulzbach war im Frühmittelalter noch keine Stadt, dafür aber ein offenbar sehr bedeutender Burgort: Mit einer wohl im 8. Jahrhundert auf Initiative der fränkischen Könige entstandenen Kernburg (am Standort des heutigen Herzogsschlosses) und einer sehr ausgedehnten Vorburg, die sich über den Luitpoldplatz bis fast hinauf zur Christuskirche erstreckte. Diese Vorburg muss man sich als das wirtschaftliche Herz der Burganlage denken, mit Landwirtschaft, handwerklichen Werkstätten usw.
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13.08.2008
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Sulzbach-Rosenberg
Er holt Geschichte aus dem Boden
Forschungsarbeiten des Archäologen Dr. Mathias Hensch erhellen Sulzbachs frühe Phase
Anfänge der Stadt
Erst im 12./13. Jahrhundert entstand nach neueren Erkenntnissen, die großteils auf den archäologischen Forschungen von Hensch basieren, aus der Burg die Stadt Sulzbach, die dann sehr bald (im 14. Jahrhundert unter Kaiser Karl IV.) um die Neustadt erweitert wurde.
Im südlichen Bereich der aktuellen Grabungsstelle legten die Archäologen Reste der frühmittelalterlichen Befestigungsmauer der Vorburg frei. Sie weist das für die Zeit des 9./10. Jahrhunderts typische Mauertechnik auf (aus mächtigen Lesesteinen zusammengefügt) und stellt laut Hensch mit über drei Metern Basisbreite die mächtigste gemauerte Befestigung des Frühmittelalters dar, die man bisher kennt. Mauerwerk dieser Art kennen die Archäologen auch von der Sulzbacher Kernburg oder auch von der Burg Ammerthal.
Einige Meter weiter in Richtung Neustadt legten die Wissenschaftler Reste einer zweiten Mauer frei, bei der es sich, ihrer Bauart nach zu schließen, um die erste Stadtmauer aus dem 12. Jahrhundert handeln dürfte. Diese Mauer umschloss nach jetzigem Kenntnisstand bereits eine Fläche von immerhin rund vier Hektar.
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Forschungsarbeiten des Archäologen Dr. Mathias Hensch erhellen Sulzbachs frühe Phase
Wo liegt der Graben?
Da die Archäologen nördlich dieser Stadtmauer einen breiten Graben vermuten (auf der natürlichen Geländekuppe in Höhe des Eingangs der Christuskirche), konzentrieren sich in den kommenden Wochen die Grabungen darauf, diesen Befestigungsgraben zu finden. "Es handelt sich hier", so Dr. Mathias Hensch bei dem Ortstermin für die interessierte Bürgerschaft, "um einen hochsensiblen Bereich, der uns über die Sulzbacher Stadtgeschichte eminent viel zu sagen hat."
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