Von (blm) |
12.06.2008
| Netzcode: 1412486 | 406 Mal gelesen.
Sulzbach-Rosenberg
Gegenseitige Umarmung der Kulturen
Ausstellungseröffnung rund um das Kunstprojekt "Via Carolina" im Foyer der Sparkasse
Sulzbach-Rosenberg. (blm) Groß, geschwungen und symbolträchtig - einen ersten Eindruck von der Skulptur "Via Carolina", die ab Herbst das Autobahn-Parkplatzgelände "Stockerholz" (nähe Trisching) am Lückenschluss der A 6 zieren wird, verschafften sich am Mittwochabend rund zwei Dutzend geladener Gäste im Foyer der Sparkasse Sulzbach-Rosenberg. Der künftige Standort des Monuments bildet dabei in etwa den Mittelpunkt des letzten Teilstücks der A 6 zwischen Amberg und Wernberg.
Sichtlich beeindruckt und erfreut über das "grenzübergreifende Kunstprojekt" und dankbar, "dass es bald vorbei ist mit der Lücke in der Magistrale Nürnberg-Prag" begutachteten die Gäste der Ausstellungseröffnung (weiterer Bericht folgt) das Modell des Monuments "Via Carolina" des Amberger Künstlers Harald Bäumler schon einmal vorab "hinter Glas."
Ein Projekt mit Symbolcharakter: Mit dem Lückenschluss der A 6 erfüllt sich mit modernen Mitteln die Vision des böhmischen Königs Karls IV. aus dem 14. Jahrhundert. Er hatte bereits die immense politische, kulturelle und wirtschaftliche Bedeutung einer Straßenverbindung zwischen Nürnberg und Prag erkannt und diese auch für den damaligen Waren- und Personenverkehr umgesetzt. Zurecht trägt die heutige Autobahn so den Ehrennamen "Via Carolina",
Neu gefundener Geist
Drei Kunstwerke entlang der Strecke spannen den Bogen vom historischen Beziehungsgeflecht Nürnbergs und Prags über dessen Zerschneidung durch die Teilung in West- und Osteuropa bis hin zu deren Überwindung und dem neu gefunden Geist europäischen Einheitsstrebens,
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Sulzbach-Rosenberg
Gegenseitige Umarmung der Kulturen
Ausstellungseröffnung rund um das Kunstprojekt "Via Carolina" im Foyer der Sparkasse
Zwei dieser Kunstwerke verschönern die A 6 bereits seit 1997 und reflektieren den Fall des Eisernen Vorhangs. Anlass zur Errichtung der beiden Skulpturen bildete die Inbetriebnahme der deutsch-tschechischen Gemeinschaftszollanlage an der Grenzbrücke Waidhaus. Zugleich krönten sie die damalige Verkehrsfreigabe der Umgehung Waidhaus und Waidhaus-Pilsen als Teilstück der neuen Autobahn. Urheber beider Kunstwerke ist der aus Pressath stammende Bildhauer Helmuth Langhammer.
Die nun dritte Skulptur "Via Carolina" im Bunde der Kunstwerke an der neuen Autobahn bildet ab Herbst 2008 ein Objekt, das sein Augenmerk nicht wie die beiden anderen auf die nun schon lange vollzogene Grenzöffnung legt. Vielmehr befasst es sich mit der Straßenverbindung an sich als Ausdruck der Beziehung zwischen den Ländern und zwischen den Menschen.
Die Enthüllung der Plastik findet im Rahmen der Feierlichkeiten zur Freigabe des letzten Teilstücks der erweiterten A 6 statt. Mit dem Lückenschluss im September 2008 wird dann in der Tat ein neues Kapitel in Europa aufgeschlagen, dessen Geschichte voller verschlungener Wege ist. So verschlungen wie die Formen der Skulptur, die ab der Freigabe am Parkplatzgelände "Stockerholz" zu sehen sein wird. Der Standort symbolisiert zugleich den Mittelpunkt des letzten Teilstücks der A 6 zwischen Amberg und Wernberg.
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Sulzbach-Rosenberg
Gegenseitige Umarmung der Kulturen
Ausstellungseröffnung rund um das Kunstprojekt "Via Carolina" im Foyer der Sparkasse
Granit und Bronze
Bäumlers Skulptur verfügt über einen aus heimischem Granit bestehenden Sockel, mit Steinplatten und Pflastersteinen in konzentrischen Kreisen belegt. Auf ihm bilden zwei halbrunde, sich verjüngende Kugelformen besagten Kreis um eine imaginäre Mitte. Diese steinernen Formen bilden gleichsam den Sockel für die aufstrebende Bronzeskulptur. Als Material für die eine Form verwendete Bäumler den für die Nürnberger Region typischen roten, fränkischen Sandstein - für die andere die gelb-grüne böhmische Arkose, die sich in vielen Gebäuden Prags wiederfindet.
Die geschichtliche und kulturelle Verbundenheit beider Städte findet so auch im Material ihren Niederschlag. Und erst recht in der auf den Sandstein-Gebilden aufgesetzten Bronzefigur, die an ein Seil erinnert, das zu einer Kordel gedreht werden soll. Der Wunsch gegenseitiger Umarmung der Kulturen findet hier seinen Ausdruck, so die Intention.
Gewisse Imposanz
Mit seiner Gesamthöhe von 670 Zentimetern strahlt es zudem eine gewisse Imposanz aus. Zudem bringt es fast neun Tonnen auf die Waage und verleiht schließlich so auf formale und symbolische Weise dem europäischen Gedanken buchstäblich mehr Gewicht.
Die Ausstellung in der Sparkassengeschäftsstelle in der Rosenberger Straße 32 ist noch bis zum 27. Juni 2008 zu sehen.
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