Parkstein
Parkstein wieder "lebendig"
Geoparkrangerin Bettina Rüstow gibt tiefe Einblicke in die Erd- und Zeitgeschichte
Parkstein. (hjs) 15 Frauen, Männer und Kinder applaudierten Bettina Rüstow nach ihrer rund zweistündigen Führung über den Parkstein. Die Geoparkrangerin stellte die Exkursion unter das Motto "Als der Vulkan noch rauchte".
"Große Forscher haben in ihren Arbeiten dem Parkstein einen wichtigen Platz eingeräumt und ihn durch ihre akribischen Beobachtungen zu dem gemacht, was er heute ist: Einer der 100 schönsten Geotope Bayerns und einer der 77 geowissenschaftlich bedeutendsten in Deutschland." Mit diesen Worten begrüßte Rüstow die Teilnehmer am Fuße der Basaltwand. Die Expertin führte von dem anstehenden Basalttuff am Westende der Wand, der viele Auswürflinge und Fremdgesteinseinschlüsse enthält, zu der Wand, in der die Säulenstruktur besonders schön ausgeprägt ist.Im Tertiär regte sich in Mitteleuropa kräftiger Vulkanismus. Der Parkstein soll vor 24 Millionen Jahren entstanden sein. Auf dem Plateau des Basaltkegels erzählte die Rangerin einiges über die Geologie des Umgebung, über die Kette von Vulkanen entlang des Egergrabens und dass der Vulkanismus hier noch nicht abgeschlossen ist. Eine geologische Besonderheit ist auch die Fränkische Bruchzone. Natürlich wusste Rüstow auch Geschichten über das Bergkircherl "Sankt Marien zu den 14 Nothelfern" zu erzählen. Im historischen Burghof machte die Führerin die Gäste mit der fast 1000-jährigen Geschichte Parksteins bekannt. Von der Burg aus, die 1759 wegen Baufälligkeit geschleift wurde, ist ein Stück der Goldenen Straße von Prag über Nürnberg nach Frankfurt zwischen Kohlberg und Altenstadt abgesichert worden. Interessant war für die Leute zu hören, warum die Burg Parkstein von den Schweden im Dreißigjährigen Krieg nicht eingenommen werden konnte. In den Felsenkellern durften die Teilnehmer einen Blick in einen ehemals tätigen Vulkan werfen. Schließlich vermittelte Rüstow Details aus der Kirchengeschichte Parksteins und führte über den Marktplatz zum "Alten Schloss", dem ehemaligen Landrichtersitz, und abschließend zur Strauss-Gedenkstätte.
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