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Von (dpa)  |  05.05.2008  | Netzcode: 1368567  |  948 Mal gelesen.
München

Kleiner Spatz ohne Lobby

Bayerische Schüler schneiden bei "Vogel-Pisa-Studie" schlecht ab - Nur vier Arten bekannt

München. (dpa) "Amsel, Drossel, Fink und Star..." - die meisten Kinder kennen zwar diese Zeile aus dem Lied "Alle Vögel sind schon da", aber in der Realität können sie die gefiederten Genossen kaum noch unterscheiden. Bayerische Schüler kennen im Schnitt vier der zwölf häufigsten Arten, wie eine am Montag veröffentlichte "Vogel-Pisa-Studie" der Fachhochschule in Weihenstephan ergab.

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Lieber den Spatz in der Hand: Wenn man nur erst weiß, wie er überhaupt aussieht. (Bild: dpa)
Angehende Forstingenieure hatten vor zwei Jahren bayernweit 4. und 7. Klassen verschiedener Schularten besucht und den Kindern präparierte Vögel zum Erkennen mitgebracht. Ihre Untersuchung mit 3228 Schülern nannten sie in Anlehnung an den weltweit größten Schulleistungstest Pisa "Bird Identification Skill Assessment" - abgekürzt "Bisa".

Buchfink völlig unbekannt



Nur jedes dritte Kind erkenne einen Spatzen, der früher wegen seiner Häufigkeit als "Urbild des Profanen" gegolten habe, erläuterte der Zoologe Volker Zahner von der Fakultät Wald und Forstwirtschaft. Dabei war der Haussperling im Jahr vor der Untersuchung sogar Vogel des Jahres. Der Buchfink, der am häufigsten vorkommt, sei bei den Kindern so gut wie unbekannt, und acht Prozent kannten nicht eine einzige Vogelart. Nur jedes hundertste Kind erkannte alle zwölf Arten richtig - insgesamt gibt es in Bayern allerdings rund 250 Arten. Die Mädchen schnitten besser ab, vor allem aber beim Lieblingsvogel gab es starke Unterschiede zu den Buben: Während diese Adler und Falken nannten, gefielen den Mädchen Rotkehlchen und Kolibri am besten.

14 Bilder
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(Bilder: dpa, Wikipedia)

Die Kinder, die ihr Wissen vor allem aus dem Fernsehen beziehen, konnten besonders wenige Vögel richtig benennen: Sie verwechselten die Amsel mit einer Rabenkrähe, den Zaunkönig hielten sie für einen Kolibri. "Sie konnten das nicht unterscheiden, weil der Größenbezug fehlte", erläuterte Zahner. Am besten wussten die Kinder Bescheid, die ihr Wissen von Verwandten hatten - allen voran die Großeltern. Denn bei den Jüngeren nimmt das Wissen ab, so dass Eltern oft kaum besser Bescheid wissen als ihr Nachwuchs. Einer britischen Studie zufolge kannten laut Zahner bei den über 55-Jährigen 65 Prozent den Buchfink, bei den 20-Jährigen nur 44 Prozent.

Nur die Amsel ist heute bekannter denn je - sie steht auch fest auf dem Lehrplan der Schulen. "Wir erhoffen uns, dass das Thema insgesamt nun vermehrt Eingang in die Lehrpläne findet", sagte Andreas von Lindeiner vom Landesbund für Vogelschutz (LBV), der die Studie unterstützt hatte. Wie verzerrt das Naturverständnis vieler Kinder ist, zeigte schon vor Jahren eine Malaktion in Bayern. Dabei waren 40 000 Bauernhof-Poster an Kindergärten verteilt worden - auf einem Drittel der eingeschickten Bilder waren die Kühe lila ausgemalt.

Weitere Informationen im Internet: www.lbv.de

Kommentare
Meine Meinung
Johann Metz (195.93.x.x)  |  08.05.2008 17:41 Uhr

Das Foto "online" zeigt richtig ein Männchen des Haussperlings. Scheinbar ist nur in den Druckmedien ein Grünfink abgebildet.
Johann Metz


Meine Meinung
Frank Stüdemann  |  08.05.2008 11:18 Uhr

Wir haben hier online aber ein anderes Foto als das in der Zeitung verwendet: Ist unseres denn jetzt auch falsch, oder nur das in der Zeitung? Bitte um Nachhilfe.

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Motto: keine Angabe
(Lieblings)-Webseite: www.oberpfalznetz.de

Meine Meinung
Johann Metz, Finkenweg 6, 92284 Poppenricht (195.93.x.x)  |  07.05.2008 18:32 Uhr

Zu Ihrem Artikel "Kleiner Spatz ohne Lobby " in der Amberger Zeitung vom 06. Mai 2008 ist wohl anzumerken, dass das Ergebnis dieser Studie sehr bedauerlich ist. Es ist wohl aber noch bedauerlicher, dass genau zu diesem Artikel ein völlig falsches Bild gedruckt und kommentiert wurde. Es handelt sich hierbei keineswegs um einen Haussperling, sondern um ein Grünfinken-Weibchen. Wenn Sie schon die Unwissenheit anderer beklagen, dann informieren Sie sich doch bitte zuerst selbst ausreichend.
Wie mir vom Landesbund für Vogelschutz in Hilpoltstein, der mehrfach genannt ist, mitgeteilt wurde, war zu diesem Artikel ein Bild eines Buchfinken beigefügt. Vielleicht wäre eine Berichtigung angebracht?
Johann Metz


Franz Josef Neffe (84.157.x.x)  |  05.05.2008 20:23 Uhr

Könnte es - wenn man es bedenkt - nicht sein, dass das Unwissen (das endlich so groß geworden ist, dass es nicht mehr durch Fleißaufgaben verdrängt werden kann) darin begründet liegt, dass wir in der SCHULE - die wir zum Gegenteil von dem gemacht haben, was dieses griechische Wort ursprünglich bezeichnet - immer mehr UNTERRICHTEN - da müssen sich alle unten nach dem richten, was einige oben vorgeschrieben haben - statt zu LEHREN. LEHREN kommt wie LERNEN von germanisch LAISTI = die Fährte. Man lernt, indem man auf FAHRT geht und seine ERFAHRUNGEN macht, nicht indem man sich alles BEIBRINGEN lässt und es frisst. Diese vermeintliche "Abkürzung" vernichtet das Erfahren und damit echtes Lernen. Wenn man nur noch - wie ein Roboter "ausspucken" (oder auf dem Arbeitsblatt ankreuzen) kann, dass das abgebildete Tier ein Spatz ist und kein Rhinizerus, dann IST man erfolgreich zu einem Roboter gemacht worden. Dann ist auch Lernen immer ein Zwang in dieser Du-musst-Schule und wird nicht mehr als Wissensdurst stillender Sog / Drang der Ich-kann-Schule erlebt.
Wenn die Vögel in unserem Leben eine Chance haben sollen, müssen wir nicht noch perfekter Vogelschablonen beibringen sondern wir müssen in unserem GEIST endlich wieder ORIGINAL der Sehnsucht INS LEBEN HINEIN folgen.
Franz Josef Neffe


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