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Von (dpa)  |  30.04.2008  | Netzcode: 1362794  |  467 Mal gelesen.
Rio de Janeiro

Skandal um Ronaldo

Brasiliens Superstar lässt sich mit Transvestiten ein und spricht von Erpressung

Ronaldo ist das Lachen vergangenen. "Das kann das
Ronaldo ist das Lachen vergangenen. "Das kann das Ende meiner Karriere bedeuten", sagte der Brasilianer auf der Polizeiwache. Bild: dpa
Sex- und Polizeiskandal um Brasiliens Fußball-Superstar Ronaldo: Wie Medien am Montagabend (Ortszeit) berichteten, hatte der Weltmeister von 2002 in der Nacht zum Montag in einem Stundenhotel in Rio de Janeiro Ärger mit Transvestiten, die ihr Geld als Prostituierte verdienen. Der 31 Jahre alte Spieler des AC Mailand, der in seiner Heimatstadt eine Verletzung am linken Knie auskuriert, musste zur Klärung des Sachverhalts auf die Wache. Ronaldo habe dort "psychologische Probleme" eingeräumt. Der Spieler habe sich an den Kopf gefasst und einem Beamten gesagt: "Das kann das Ende meiner Karriere bedeuten", schrieb das Online-Portal "Globoesporte".

Drei Prostituierte hatten Ronaldo beschuldigt, die vereinbarte Zahlung verweigert und Drogen konsumiert zu haben. Einer der Transvestiten filmte den lautstarken Streit im Stundenhotel und stellte das kurze Video ins Internet.

Ronaldos Pressesprecher veröffentlichten unterdessen ein Kommuniqué, in dem der angebliche Drogenkonsum durch den Spieler dementiert wird. Ronaldo sei Opfer eines Erpressungsversuchs gewesen. "Der Sportler Ronaldo hat nie Drogen zu sich genommen", heißt es. Persönlich wolle Ronaldo nicht Stellung nehmen. Wie die Zeitung "O Povo", die die "Tolpatschigkeiten des Phänomens" beschrieb, berichteten alle Medien in Brasilien am Dienstag groß über den Skandal.

In verschiedenen Fernsehinterviews versicherte André Albertino unterdessen, er und zwei weitere Transvestiten hätten die Nacht zum Montag mit Ronaldo im Stundenhotel verbracht. Er hielt einen Fahrzeugbrief vor die Kameras, den Ronaldo angeblich als "Bürgschaft für eine spätere Zahlung" seiner Schulden hinterlassen habe. Auf dem Schein ist Ronaldos bürgerlicher Name Ronaldo Luiz Nazário de Lima zu lesen, und auf dem Video im Internet ist ein verärgerter Ronaldo zu sehen und Albertinos Stimme zu hören: "Um zu beweisen, dass du es bist."

Der mit dem Fall beauftragte Kommissar Carlos Augusto Nogueira sagte unterdessen zu Journalisten, Ronaldos Fassung sei "glaubhafter". Der Spieler, der auch wegen Gewaltdrohung angezeigt wurde, habe versichert, dass er sich mit weiblichen Prostituierten vergnügen wollte und von den Transvestiten getäuscht worden sei. Er sei von den Männern, die 50 000 Real (knapp 20 000 Euro) verlangt hätten, erpresst worden.

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