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Von (thb)  |  28.04.2008  | Netzcode: 1359934  |  466 Mal gelesen.
Neustadt/WN

"Keine rechte Szene im Landkreis"

Erleichterung im Jugendhilfeausschuss - Auch Straftaten nehmen ab - Gewinner ermittelt

Neustadt/WN. (thb) "Insgesamt können wir eine sehr gute Entwicklung im Bereich Jugendkriminalität verzeichnen", berichtete Kriminalhauptkommissar Werner Stopfer im Jugendhilfeausschuss. Statistiken der Polizeidirektion Weiden zufolge haben die Straftaten seit 2003 deutlich abgenommen. "Dieses Ergebnis können wir vor allem auf gute Präventionsarbeit zurückführen."

Stopfer informierte, dass es in jeder Dienststelle einen jungen Kontaktbeamten gebe, der sich um die Sachbearbeitung solcher Fälle kümmere. Von einer rechten Szene könne man im Landkreis nicht sprechen. Zwar gebe es Leute, die zum Rechtsradikalismus tendierten, aber hier handle es sich nach umfangreichen Ermittlungen nur um ganz wenige.

Immer mehr Geld nötig



Die Zahl der jugendlichen Mehrfach- und Intensivtäter (JMIT) habe ebenfalls abgenommen. Hier werde ein besonderes Raster angewandt, das Straftatenhäufungen, kriminelle Energie, das soziale Umfeld und das Nach-Tatverhalten beleuchteten. Die Polizei komme damit zu dem Ergebnis, dass es vier Jungen im Umkreis von Neustadt und zehn in Vohenstrauß gebe, die diesem Profil entsprächen. "In Eschenbach haben wir zurzeit überhaupt keine Mehrfach- und Intensivtäter, das liegt aber vor allem daran, dass in diesem Jahr viele Stammkunden aus Altersgründen aus der Kartei verschwunden sind", erklärt Stopfer.

Jugendamtsleiter Klaus Egelseer konnte trotz sinkender Kriminalitätsraten nicht von fallenden Zahlen in der Jugendhilfe berichten. In der Sitzungsperiode von 2002 bis 2008 gab es eine prozentuale Steigerung um rund 55 Prozent, das entspricht 77 Fälle. "Nicht nur in unserem Landkreis ist diese Entwicklung zu beobachten. Und Besserung ist bislang nicht in Sicht", klagte Egelseer. Immer häufiger seien die Eltern mit der Erziehung überfordert. Auch die Zahl der hilfesuchenden Familien mit mehreren Kindern steige stetig. "Die Möglichkeiten sind gewachsen, die Kompetenzen nicht."

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