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08.09.2003  | Netzcode: 10114275  |  321 Mal gelesen.

Ein etwas wehmütiger Abschied in Moll

Das Eisenacher Klaviertrio gestaltete den Abschluss der diesjährigen Wurzer Sommerkonzerte



Von Andrea Prölss

Wurz. "...und traurig klingt der Schlussakkord in Moll!" - Um streng bei der Wahrheit zu bleiben, der wirklich letzte Schlussakkord, nämlich der der Zugabe, erklang im strahlenden C-Dur.

Dennoch, das offizielle Programm des letzten Wurzer Sommerkonzerts mit Klaviertrios von Mendelssohn Bartholdy, Brahms und Camille Saint-Saens, allesamt in Moll, setzte einen wehmütig traurigen, wenn auch wunderschönen Schlussakkord ans Ende einer heiter unbeschwerten, zehnsätzigen Sommerserenade im Alten Wurzer Pfarrhof.

Erfreulicherweise konnte auch das letzte Konzert wie all die anderen Veranstaltungen zuvor trotz bereits empfindlich kühler Abendtemperaturen noch einmal im Freien abgehalten werden. Wehmütige Abschiedsstimmung wurde jedoch einmal von erwartungsvoller Neugier verdrängt.

Denn zum ersten Mal in der Geschichte der Wurzer Sommerkonzerte ließ sich Veranstalterin Dr. Rita Kielhorn auf das Wagnis ein, einen Flügel in ihren bereits herbstlich gefärbten Pfarrgarten zu holen. Kein einfaches Unterfangen, doch der Aufwand hatte sich wahrlich gelohnt: Wunderschön romantische Klavierklänge versüßten dem entzückten Publikum den Abschied. Bedeutenden Anteil am Gelingen dieses Abends hatten die Damen und Herren des Eisenacher Klaviertrios: Monica Ripamonti (Klavier), Seth Taylor (Violine) und Roxana-Maria Mereutza (Violoncello). Nach noch etwas verhaltenem Beginn und sich gegenseitig akustischem Abtasten bei Mendelssohns Klaviertrio D-Moll - schließlich spielten auch die Musiker in dieser Besetzung zum ersten Mal im Freien - fand man jedoch schnell und sicher zueinander.

Den lyrischen, frühromantischen Klangschwelgereien Mendelssohns folgte mit Brahms Trio C-Moll pathetischer Ernst und kammermusikalische Detailarbeit: Sein aufeinander abgestimmtes Zusammenspiel in den pizzicato-Passagen des Presto-Satzes, klangschön der Andante-Satz, eine anrührende, intime Zwiesprache zwischen Streicher und Klavier.

Zum hochromantischen Höhepunkt geriet nach der Pause Saint-Saens Klaviertrio E-Moll, dessen elegische Grundstimmung vor allem in den Cello- und Violin-Soli des langsamen Satzes wirkungsvoll zum Ausdruck kam.

Einbrechende Dunkelheit, flackernde Windlichter und der hinter den Obstbäumen langsam aufgehende Mond hoben die Stimmung dabei endgültig ins Traum- und Märchenhafte. Erst der lautstarke Applaus und die obligate Zugabe, ein spritzig lebendiges Presto-Finale aus Haydns Klaviertrio C-Dur, holten den Einen oder Anderen jäh und viel zu früh wieder in die Realität zurück.

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