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25.08.2003  | Netzcode: 10112368  |  344 Mal gelesen.

Von Vätern, Brüdern und Rivalen

Trio Divertimento Musicale konzertiert vor 350 Gästen im alten Wurzer Pfarrgarten



Von Anastasia Poscharsky-Ziegler

Püchersreuth/Wurz. Unser aller Bundeskanzler reiste letztes Wochenende nach Verona zur Oper. Veroneser Musiker des Arena Orchesters kamen dafür am Samstag in die Oberpfalz.

Das Trio Divertimento Musicale bescherte seinen 350 Gästen beim achten Konzert des 16. Wurzer Sommers ein kammermusikalisches Vergnügen mit einem Programm der Seitenpfade, das sich die Musiker zum Teil aus dem Musikarchiv des Lambach-Stifts gesucht hatten.

Es erklangen Mozart und Haydn, aber nicht das Wolferl und der Joseph, sondern Vater Leopold und Bruder Michael als Wegbereiter der Romantik, die mit ihren Kompositionen nur zu gut in den idyllischen Sommergarten passen wollten.

Beim Eröffnungsstück, Telemanns erster von fünf Tafelmusiken, mussten sich der Bratscher Massimo Piva, der Oboist Francesco Pomini und der Ensemblegründer und Kontrabassist Claudio Bortolomai noch etwas zusammenfinden, gerieten sie doch beim Vivace etwas in Konfusion.

Aber das war alles klein und nebensächlich, als es mit der Unterhaltungsmusik für die besseren Kreise des 18. Jahrhunderts in Form des Divertimentos C-Dur von Michael Haydn begann: sechs reiche Sätze boten eine Vielfalt an lieblichen Tonmalereien.

Künstlerisch sehr überhöht soll der Vorschlagtriller der Oboe im ersten Satz "Moderato" bei Leopold Mozarts "Parthia" an einen quakenden Frosch erinnern. Doch dieser grobe Vergleich wäre wohl keinem der Hörer in Wurz je eingefallen: klangschön und mit intensiven emotionalen Farben gefiel der Oboist gerade hier durch seine Kunstfertigkeit.

Haydns erfolgreichster und schärfster Rivale, der Böhme Jan Baptist Vanhal, war durch ein überzeugendes Opus, das Divertimento G-Dur vertreten, bei welchem der Kontrabassist seine etwas eintönige Generalbassrolle aufgeben und einen äußerst lebendigen Part ausfüllen konnte. Tiefsten Eindruck hinterließ das Ensemble beim Mittelsatz "Cantabile", bei dem Viola und Oboe oft unisono oder im attraktiven Terzabstand zauberhafte Melodien vorstellten.

Das anspruchsvollste Werk des kurzweiligen Abends stand durch Michael Haydns Divertimento D-Dur am krönenden Ende: Pomini tauschte hierfür seine Oboe gegen die angenehme Altlage des Englischhorns und erfreute im Presto durch geradezu spektakuläre Tonkaskaden. Zwei Zugaben, ein da capo des letzten Finalsatzes und ein deutsches Volkslied, beendeten das Konzert charmant und liebenswürdig.

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