Von (wsl) |
18.09.2007
| Netzcode: 1108538 | 329 Mal gelesen.
Ermhof
Ein Stück christliche Identität
Ökumenisches Kirchenfest an der Ausgrabungsstelle in Ermhof ein "Magnet"
Ermhof. (wsl) Fast schien es, als könne der Weiler Ermhof an seine vergangene große Wallfahrtstradition anknüpfen: Hunderte von Besuchern fanden sich am Sonntag an der ehemaligen St. Martinskirche ein, wo vor mehr als 1200 Jahren erstmals Gottesdienst gefeiert wurde. Ganz im ökumenischen Geist gedachte die Gemeinde an den freigelegten Fundamenten der Urkirche von Neukirchen den Wurzeln christlichen Glaubens.
Lesungen, Fürbitten und besinnliche Worte der beiden Ortsgeistlichen von Etzelwang und Neukirchen, vereint mit dem Gesang der beiden Kirchenchöre und begleitet von den Klängen des evangelischen Posaunenchores - dies alles gab dem Gottesdienst unter freiem Himmel ein festliches Gepräge und einen würdigen Rahmen.
Wichtig fürs LebenPfarrerin Barbara Meister-Hechtel aus Etzelwang griff zurück auf einen Text aus dem 5. Buch Mose, auch Deuteronomium genannt. Erinnerungen seien wichtig fürs Leben, ohne sie wäre es einsam und leer. Aus seinen Erinnerungen könne ein Mensch Kraft und Zuversicht für die Zukunft schöpfen, genauso wie damals die kollektiven Erinnerungen an das gelobte Land dem geknechteten Volk Israel im fernen Ägypten zum Überleben verhalfen.
"Mit dem heutigen Tag wollen wir uns auch wieder die Erinnerungen an jene frühchristliche Tradition von Ermhof bewusst machen, die durch die Ausgrabungen so unvermittelt zu Tage getreten ist", sagte die Geistliche. Dabei gelte es auch, Gott zu gedenken, der die Menschen dieses Raumes durch gute wie schlechte Zeiten getragen habe.
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Ermhof
Ein Stück christliche Identität
Ökumenisches Kirchenfest an der Ausgrabungsstelle in Ermhof ein "Magnet"
Auf Herkunft besinnenIhr Amtskollege Michael Kneißl von der katholischen Pfarrei Neukirchen warf die Frage auf, ob der Aufwand für eine längst vergessene Kirche bei all den vielen Problemen und Nöten in der Welt überhaupt gerechtfertigt sei. Doch er gab zu bedenken, dass das Verdrängen und Vergessen der geistigen Herkunft eines Menschen den Weg in die Zukunft gefährde. Der Blick auf das Leben früherer Zeiten, der durch den wieder entdeckten Kirchenbau offenbar werde, könne den Menschen die richtige Spur für das Morgen legen. Die Wurzeln christlichen Glaubens der Vergangenheit seien auch heute noch Ansporn, Antworten zu finden und sich den Herausforderungen der Gegenwart zu stellen.
Symbol der VerbundenheitZur Erinnerung an die eigene Taufe reichten die Geistlichen den Gläubigen geweihtes Wasser, um symbolhaft auf die christliche Verbundenheit und Gemeinschaft im Zeichen des Kreuzes zu verweisen.
Im Anschluss an die ökumenische Feier gaben der Archäologe Dr. Matthias Hensch und der Neukirchener Ortsheimatpfleger Walter Schraml Informationen zu beiden Grabungskampagnen. Ein Besucherandrang, der auch bei den Führungen am Nachmittag anhielt, zeigte das große Interesse der Bevölkerung an den Ausgrabungen. Sie vermitteln den Menschen der Region ein Stück gelebte Heimatgeschichte und christliche Identität.
Geselligkeit gepflegtSpeis und Trank, Spiel und Unterhaltung in geselliger Runde fehlten nicht. "Vergelt's Gott" sagten am Ende Pfarrer Kneißl und Bürgermeister Franz an alle Akteure, insbesondere an die Familie Seitz. Sie zeigte nicht nur bei der Vorbereitung des Kirchenfests, sondern auch bei den Grabungskampagnen großzügiges Entgegenkommen.
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