Teuflisch gute Streicherserenade
Wolfgang Kohlhaußen begeistert das Wurzer Publikum mit Werken von Paganini
Von Andrea Prölss
Wurz. Man kann sie gar nicht oft genug hören - die unzählig vielen, kuriosen Anekdoten über den Violinvirtuosen Niccolo Paganini, den "Teufelsgeiger" aus Genua, der zu Beginn des 19. Jahrhunderts ganz Europa in einen hysterischen Taumel versetzte. Vor allem wenn sie von einem Geiger erzählt werden, der, ähnlich wie Paganini, sowohl optisch als auch musikalisch zu beeindrucken weiß.
Frenetischer Beifall
Zugegeben, es fielen am Samstagabend im Wurzer Pfarrgarten beim Konzert von Wolfgang Kohlhaußen zusammen mit dem von ihm gegründeten Kammerorchester "Fonte di musica" weder die Damen scharenweise in Ohnmacht, noch wird man nächstes Wochenende Kohlhaußen-Torte servieren, doch der frenetische Beifall und die Bravo-Rufe zum Schluss zeugten doch von einer nicht von der Hand zu weisenden Sympathie für den hünenhaften Mann mit dunklen Augen und verwegenem grauen Zopf.
Das musikalische Programm mit Werken von Rossini, Elgar, Grieg und Paganini war ursprünglich ganz der Romantik gewidmet. Vom sommerlich heiteren Ambiente des immer schöner werdenden Pfarrhofes sichtlich angetan, entschloss man sich spontan, dem angekündigten Programm Mozarts Divertimento F-Dur voranzustellen. Vielleicht war's ein bisschen zu spontan. Intonationsunsicherheiten in den ersten Geigen erweckten zumindest diesen Eindruck.
Tadellos dagegen das darauf folgende Programm mit Rossinis spritziger, melodienseliger Sonate C-Dur und - im krassen Gegensatz zu den tropischen Temperaturen - schwermütig unterkühlter, jedoch nicht minder hochromantischer Musik mit Elgars Serenade e-Moll sowie Griegs wunderschönen, elegischen Melodien op. 34.
Zu einem unterhaltsamen und informativen Gesprächskonzert in lockerer, gelöster Stimmung geriet der letzte Programmpunkt: Paganinis virtuose "Moses Fantasie", gespielt auf präparierter Geige mit nur einer Saite, dessen betörendes Cantabile D-Dur sowie das Thema mit Variationen in A-Dur. Musik, die nicht allein auf virtuose Akrobatik der Solostimme setzt (technisch souverän und mit Spielfreude demonstriert von Kohlhaußen), sondern auch ausdrucksstarke, sinnliche Kantilenen zu bieten hat.
Mehrere Zugaben
Den nicht enden wollenden Beifall des restlos begeisterten Publikums belohnte Kohlhaußen mit mehreren Zugaben, unter anderem mit einer ganz und gar "unteuflischen", friedlich heiteren, kleinen Nachtmusik.
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