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Von (tos)  |  03.09.2007  | Netzcode: 11068620  |  163 Mal gelesen.
Wurz

Hölzerner Weg zur Zuhörergunst

Exotische Klangwelten auf dem Xylophon bei den Sommerkonzerten

Als das "Ave Maria" als Zugabe erklingt, hat Bena Havlu die rund 90 Zuhörer endgültig für sich eingenommen. Sichtlich gelöst setzt die Xylophon-Solistin mit einem "Csárdás" noch einen drauf. Doch das Konzert der Tschechin war erst in der zweiten Hälfte ein Erfolg.

Das Solorezital auf dem Xylophon - ohnehin kein Vortrag für den Massengeschmack - gerät durch exotische Werke wie Toshiro Mayuzumis "Concertino für Xylophon" und Rudolf Rods Bangkok-Phantasie "Reisebildchen" anfangs zur schwer verdaulichen Kost. Die Klangwelten aus der Musikethnologie von vier Kontinenten sind selbst für fachkundiges Publikum zu weit entfernt von den vertrauten Kompositionsschemata.

So gleicht das Spiel der Tschechin auf ihrem selbst konstruierten fünf- statt vierreihigen Instrument zunächst lediglich einer interessanten Technikstudie. Zu allem Überfluss unterliefen der sehr angespannt wirkenden Havlu einige Unsauberkeiten. Einmal ließ sie sogar einen Klöppel fallen.

Doch dann schien sich die Pragerin, die die gesamte Literatur aus dem Gedächtnis intoniert, an die schwierigen Bedingungen in der Remise des historischen Pfarrhofs zu akklimatisieren. Wie verwandelt, verzaubert die Meisterin der leisen Töne und des eleganten Trillers die folgenden Stücke, die den Zuhörern mit einer klaren Melodieführung entgegen kommen, in außergewöhnliche Musikerlebnisse.

Unter ansteigendem Beifall sausen, hämmern und streicheln die beiden Holzschlägel in hochpräzisen Bewegungsabläufen über die 47 Klangstäbe des Xylophons.

Zum Höhepunkt wird neben dem dreisätzigen neuseeländischen "Maori rere" mit dem sanften "Karu karu", dem wunderbaren "E tangi anakoe" und dem dynamischen "Maori haka" vor allem George Wallas "Indian Suite". In den drei Volksweisen der Inkas geht Havlu auf eine wilde Jagd über die Stäbe, die mit leisen, sehr harmonischen Läufen abwechselt. Und durfte nach dieser beeindruckenden Leistungssteigerung wie schon 1999 bei ihrem letzten Auftritt in Wurz erst nach mehreren Zugaben von der Bühne.


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