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Von (mm)  |  14.07.2007  | Netzcode: 11042159  |  1279 Mal gelesen.
Eschenbach

Radioaktives Trinkwasser

ZuB: Bedenkliche Werte in den Brunnen für die US-Siedlung Netzaberg

Das Trinkwasser, das die Stadt in die neue US-Siedlung am Netzaberg liefern wird, ist radioaktiv belastet. Gering zwar, wie die Fachbehörden offenbar betonen, aber immerhin. Ein Eschenbacher wandte sich mit dem Problem sowohl an die Stadt als auch an den Zusammenschluss umweltbewusster Bürger (ZuB).

Franz Praun, ehemaliger Stadtrat und als kritischer Zeitgenosse bekannt, hatte während des Wasserrechtlichen Verfahrens und der öffentlichen Auslegung Einsicht in die Unterlagen für die neuen Brunnen V und VI genommen. Sie sind für die Versorgung der New Town am Netzaberg vorgesehenen.

Genannt werden demnach beispielsweise erhöhte Werte im Brunnen V für Radon (19,0 Bq/l; d.h. Bequerell pro Liter), Radium 226 (38 mBq/l milli-Bequerell pro Liter) und Radium 228 (44 mBq/l). Für Brunnen VI entsprechend 22,3 Bq/l, 42 mBq/l und 32 mBq/l.

Praun fragt in seinem Schreiben an die Stadt, datiert vom 1. Juli, an, ob die Amerikaner eigentlich wüssten, dass sie radioaktives Trinkwasser bekommen sollen. Ferner sorgt er sich darüber, dass auch Eschenbach etwas davon abbekommen könnte: "Wie wird der erhöhten Radioaktivität (Uran, Radium, Radon) begegnet, da Filter unwirksam sind? Durch Vermischung mit dem jetzigen Trinkwasser von Eschenbach? Warum wurde ein "Notverbund" mit der alten Wasserversorgung von Eschenbach hergestellt, obwohl Brunnen VI als "Reservebrunnen" ausgewiesen wird?"

Für den "Zusammenschluss umweltbewusster Bürger" erscheinen diese Fragen gerechtfertigt, bekräftigte Rainer Knoll vom ZuB am Freitag auf Nachfrage. "Grundsätzlich müssen sich zuständige Behörden schon fragen lassen, ob es verantwortbar ist, Bewohner - hier amerikanische Soldaten und deren Familien - mit radioaktiv belastetem Wasser zu versorgen.

Laut Knoll ergebe sich aus den Werten in Prauns Schreiben schon allein bei der Betrachtung der radioaktiven und potentiell krebsauslösenden Substanz "Radium 228" eine Überschreitung des in der EU-Richtlinie 98/83/EG angegebenen Gesamtdosisrichtwertes von 0,1 mSv/Jahr (milli-Sievert pro Jahr). Unter der Maßgabe, dass Amerikaner den dreifachen Wasserverbrauch eines Deutschen haben, werde speziell bei Kleinkindern dieser Wert allein für Radium 228 annähernd um das 7-fache bei Brunnen V und um das 5-fache bei Brunnen VI überschritten.

Auch bei Radon, das sich aus dem Wasser verflüchtigt, sei in den Häusern am Netzaberg mit einem erhöhten Raumluftgehalt zu rechnen.


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