München/Amberg
Barbara Meier: "Unter Models wird es immer Neid geben"
Amberger Topmodel-Siegerin in München mit Superstar Naomi Campbell auf dem Laufsteg - Sorgen um die Privatsphäre
München/Amberg. (dpa/we) Ein strahlendes Lächeln, ein verführerischer Augenaufschlag: Supermodel Naomi Campbell braucht gerade mal drei Sekunden auf dem roten Teppich, dann hat sie die Menge auf ihrer Seite. Ehrfürchtig rufen die Fotografen ihr etwas zu, die Teenager vor der Absperrung bringen vor Aufregung keinen Ton mehr heraus.
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| Barbara Meier, "Germany's Next Topmodel", präsentiert in München bei der "GQ Style Night" im Rahmen der Sportmesse ispo ein Teil aus den neuen Sportstyle-Kollektionen. Foto: Tobias Hase dpa/lby |
Kult langsam vorbei
Glamouröse Auftritte wie bei der Sportmodemesse in München beherrscht die Britin perfekt. Sie wird oft als eine der letzten großen Stars im Modegeschäft bezeichnet. In den 1990er Jahren wurden Frauen wie Cindy Crawford oder Claudia Schiffer durch ihr Aussehen weltweit berühmt - und erhielten für ihre Auftritte oft atemberaubende Gagen. Seit Beginn des neuen Jahrtausends allerdings ist es mit dem Star-Kult langsam vorbei. Für Modenschauen werden immer öfter sehr junge und deutlich billigere Models gebucht.
Umso schwerer, heute zum Topmodel zu werden. "Ich finde, man kann wahnsinnig viel von ihr lernen, sie hat schon so viel Erfahrung", sagt Barbara Meier aus Amberg, die seit Heidi Klums TV-Entscheidung den Titel "Germany's Next Topmodel" trägt. "Aber ich tue mich ein bisschen schwer mit dem Wort Vorbild. Es ist nicht so, dass ich sage: Ich will genauso werden wie sie. Ich will schon versuchen, mit meiner eigenen Art erfolgreich zu sein."
Campbell gilt bei manchen Kollegen als "Zicke" mit oftmals nervigen Starallüren. So wollen die jungen Models keinesfalls werden. "Es heißt ja immer, sie ist eine Zicke, und ich würde schon gerne mal wissen, ob das stimmt", erklärt Model Hana. Campbell wurde schon früh auf den Laufsteg getrimmt: Ihre Mutter setzte alles daran, ihre Tochter zur Berühmtheit zu machen. Mit 14 Jahren verließ Campbell die Schule - und seitdem ging es mit der Model-Karriere steil bergauf. Allerdings hatte sich Campbell auch bald einen Ruf als exzentrischer Superstar gemacht, der schon mal aus Wut Hotelzimmereinrichtungen zertrümmert oder Handys auf Hausangestellte wirft.
So weit will es Barbara nicht kommen lassen. "Da müsste, glaub' ich, schon wahnsinnig viel passieren, dass ich mal ausflippe", sagt die rothaarige Schönheit. Allerdings könne der Job schon an den Nerven zehren. "Unter Models wird es immer Neid geben. Das bringt der Beruf einfach mit sich. Das darf einem in dieser Branche nichts ausmachen."
Folgen des Ruhmes
Ob sie wirklich ein Weltstar werden möchte, weiß Barbara dann auch gar nicht so genau. "Ich will natürlich jetzt versuchen, dass ich erfolgreich werde, und werde viel dafür tun. Aber ich glaube, ich kann gar nicht einschätzen, wie es wirklich ist, wenn man so ein Star ist. Ich frage mich schon, ob man das wirklich will, wenn man denkt, man hat dann so gar keine Privatsphäre mehr."
Am Donnerstag erscheint die Oberpfälzerin auf der Titelseite der Zeitschrift "Cosmopolitan". Ihr Mathematik-Studium wird Barbara nun für wahrscheinlich zwei statt wie ursprünglich geplant für ein Semester auf Eis zu legen. Derzeit laufen Fotoaufnahmen für ihre Kampagne für die Modekette C & A, sie wird bei der Berlin Fashionweek auftreten, und es ist eine Fotostrecke für die "Vogue" Taiwan geplant.
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