Tirschenreuth
Zwei, die sich wunderbar ergänzen
"Jugendliche Rotzer" und "kernige Mannsbilder" sorgen für Stimmung im Festzelt
Tirschenreuth. (kro) Die "jugendlichen Rotzer" von "Sing Out" und die "kernigen Mannsbilder" von der "Altneihauser Feierwehrkapell'n" ließen es am Samstagabend beim Festabend des Stiftlandgaus richtig krachen. Ob "a-capella" in Reinkultur oder deftig-bayerischer Humor, die Besucher liebten das eigentlich Unvereinbare und ließen beide erst nach mehren Zugaben von der Bühne.
Die gab es, "obwohl die läppischen zwölf beziehungsweise 14 Euro Eintrittsgeld schon längst aufgebraucht sind", gab Norbert Neugirg von den "Altneihausern" zu verstehen. Nach dem gemeinsamen Einmarsch beider "Ensembles" wusste Norbert Neugirg, dass die "Sing Out"-Musiker jetzt in die Garderobe müssten, denn dort seien sie am besten aufgehoben. Anschließend war die Bühne frei für einen "Haufen Blech" und ihren Anführer , der es wieder einmal verstand, in unnachahmlicher Weise das aktuelle Geschehen zu "derblecken"."Leichter ist des Lebens Last, wenn du eine Fahne hast, denn weht ein Fähnlein dir voraus, weicht man dir lieber aus". Weiter: "Gaustandarte heißt der Lappen, ein Haufen Geld war zu berappen. Jetzt ist der Gau vom Geld her knapp und hält deshalb ein Zeltfest ab. Morgen früh wird lang und breit die Gaustandarte eingeweiht, nachdem das Ding jetzt 14 Tag beim Schützenchef zu Hause lag, der damit, wenn er Pflanzen steckte, bei Nachtfrost den Salat abdeckte."
Zum Festabend wusste Neugirg: " Ein leichter vergreister Knabenchor presst vokales Zeug hervor, dazu ein Haufen Altmetall kurz vor dem Zusammenfall, der, weil er keine Skrupel kennt, sich kaltschnäuzig Kapelle nennt." Der Kommandant nahm auch den Landrat aufs Korn: "Obwohl der Haberkorn noch funktioniert, wird er als Landrat ausrangiert und wird dagegen nichts getan, dann heißt der nächste Landrat Hahn." Auch die Tirschenreuther Marktplatzsanierung musste herhalten: "Einziges Problem dabei ist die Karl-Berr-Partei, Auffanglager für verquere CSU-entlauf'ne Deserteure, die jeden Plan vom Stahl zerfieseln und ihm in die Suppe wieseln."
Neugirg weiter: "Lustig ist's im Bayernland, dank dem hohen Viehbestand der schwarz gescheckten Viecherei im christsozialen Bayernbrei. Latex, Peitsche, Stöckelschuh' gepriesen sei die CSU!"
Nach dem Showprogramm der "Altneihauser Feierwehr" mit ihrem tollen Entertainer und Original Ludwig Schieder, "er hat das "Karl-Moik-Musikantenstadlsyndrom", so Neugirg", war die Bühne fei für "Sing Out", die mit ihrem Kontrastprogramm jedoch schnell den Draht zum Publikum fanden.
Ob "Lollipop" oder "Wild ist der Westen" oder auch mit dem Dschungellied von Kaiserin Sissi "The Lions sleep tonight", die sieben Sänger begeisterten einmal mehr ihre Fans. Sie hatten aber auch Warnungen vor allem an das ältere Publikum mitgebracht, "Warum verschwinden immer mehr Ältere im Internet, weil sie die Tasten "alt" und "entf" gleichzeitig drücken." Mit "Mamma lou" und vor allem mit "Angels" von Robin Williams schmolzen vor allem die Herzen der weiblichen Fans dahin. "Sing Out" präsentierte sich einmal mehr als ein perfektes Ensemble. Uli Roth und seine Jungs ließen beim "Banküberfall" der "Ersten Allgemeinen Verunsicherung" oder bei "Es war der Wein von Mykonos, den er sich in die Rübe goss" so richtige Partystimmung aufkommen
Mit "Country Road" von John Denver fand sich eine geniale Überleitung , mit der "Altneihauser Feierwehrkapell'n" gemeinsam auf der Bühne zu stehen. Zwei Kapellen, die zwar nicht unbedingt zusammenpassen, sich aber toll ergänzten.
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