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Von Joachim Gebhardt  |  11.05.2007  | Netzcode: 11009105  |  788 Mal gelesen.
Sulzbach-Rosenberg

50 Tonnen Stahl entschweben sanft

Abbau der alten Förderbänder über Erzhausstraße ohne Probleme - Technische Glanzleistung

Sulzbach-Rosenberg. Eigentlich unspektakulär: Funken sprühen, ein Knacken ist zu hören, dann schwingt das über 50 Tonnen schwere Teil langsam am Haken der beiden Kräne, schwebt in Zeitlupe davon, wird sanft auf dem Gelände vor dem Hochbunker abgelegt. Und doch hat sich viel verändert in Rosenberg - der Himmel über der Erzhausstraße ist nun frei, die alten Förderbandanlagen, die die Straße überquerten, sind weg.

Seit einigen Wochen laufen die Demontagearbeiten der nicht mehr benötigten Anlagenteile auf dem Gelände rund um den Hochofen auf vollen Touren. Sichtbare Ergebnisse sind von außen zunächst die Freiflächen, die sich im Süden des Hochofens hinter der ersten Cowper(Winderhitzer)-Reihe geöffnet haben - dort liegt bereits jede Menge Schrott und wartet auf den Ab- transport, die Arbeiten laufen noch auf Hochtouren.

Zuerst "Generalprobe"



Doch auch im Norden hat sich et- was getan: Begannen die Rückbau-Experten zunächst mit Teilen der 145 Meter langen kerzengeraden Erz- und Koks-Bandanlage im Inneren des Betriebsgeländes, quasi als "Generalprobe" für das aus vielen Fachleuten zusammengesetzte Team, so nahmen sie sich jetzt diejenigen Teile der Anlage vor, die die Erzhausstraße überquerten. Dabei war auch das schon 1980 stillgelegte 50 Meter lange Späne-Band, ebenfalls von der Kipp-Anlagenseite ausgehend. Über kurz oder lang hätten diese alten Bauwerke wohl für Verkehrsgefährdung gesorgt.

Die Straßensperrung aus Sicherheitsgründen war natürlich unvermeidlich. Doch während der eigentlichen Abbauarbeiten, die nicht mehr als drei Stunden dauerten, hatten Rohrwerk und MHD einen "Transportdienst" eingerichtet, der Älteren oder gehbehinderten Fußgängern, aber auch Radfahrern die Umleitung über die Maintenon-Brücke per VW-Bus bewältigen ließ.

Massive und erfolgreiche Vorarbeit der Truppe um den Sunex-Chef Jaroslav Sprynar war es dann, die diesen bewog, die beiden 20-Meter-Stücke über der Erzhausstraße kurzfristig in Angriff zu nehmen. Abgetrennt von der restlichen Anlage, standen die bei- den Förderband-Teile nur mehr auf ihren Fundamenten links und rechts der Straße in fünf bis zehn Metern.

Sicherheit geht vor



Zwei schwere Autokräne mit einer Maximallast von 180 Tonnen plazierten sich neben dem Spitzerbach und im MH-Gelände oberhalb der Fahrbahn. Sie nahmen die Teile der Reihe nach an den Haken - erst dann durften die Arbeiter die entscheidenden Halterungen durchtrennen per Schweißbrenner, was im oberen Teil vom Korb einer Arbeitsbühne aus geschah.

Problemlos lüfteten die beiden erfahrenen Kranführer der Firmen Englhard und Hermann synchron die bis zu 55 Tonnen schweren Brücken (in einer befand sich noch ein Ab- schnitt der Bandanlage) und legten sie im Gelände nebeneinander ab. Hier werden sie nun in Ruhe vollständig demontiert, wobei vor allem auf die Eternit-Abdeckungen geachtet werden muss, die in die Spezialentsorgung gehen. Die Rückbau-Arbeiten laufen im MH-Areal weiter, u.a. wird die Waggon-Kippanlage neben der Frommstraße demontiert.

Seit gestern nachmittag ist die Erzhausstraße also schon wieder vollständig zu befahren. Wie die Stadtverwaltung der SRZ mitteilte, bleibt aber der Fußweg durch die Erzhausbrücke noch drei bis vier Wochen gesperrt, da der Unterbau saniert werden muss. Für Fußgänger und Radfahrer wird ein Notweg durch die Unterführung auf der Fahrbahn angelegt.

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