Kreuzfahrt auf Eisenbahnschienen
Im Luxuszug Transcantábrico durch den Norden Spaniens
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| In Luarea überquert der Transcantábrico eine atemberaubende Bogenbrücke. Bilder: Thomas Schaller |
Mit sicheren Schritten bewegt sich Natalia Alvarez (32) über den Läufer im Salon-Wagen, geht von Tisch zu Tisch, um Kaffee einzuschenken. Wie ihre Kolleginnen arbeitet die Kellnerin aus León im Turnus zwei Wochen auf dem Zug - eine Woche Freizeit. "Mir gefällt die Arbeit im Transcantábrico sehr, weil ich mit vielen Menschen von überall auf der Welt zu tun habe", bekundet Natalia. "Außerdem sehe ich viele Orte, die ich vorher noch nicht kannte."
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| Ein besonderer Charme herrscht in den Salon-Waggons des Transcantábrico. Viele Passagiere fühlen sich an den berühmten Orient-Express erinnert. |
Zahlreiche Tunnel
Die Gäste der einwöchigen Kreuzfahrt auf Schienen können aus zwei jeweils in beiden Richtungen befahrenen Routen durch Spaniens Norden auswählen: Eine verbindet Santiago de Compostela mit San Sebastián, die andere mit León. Reiseleiter Emilio Sánchez schätzt die Strecken auf jeweils rund tausend Kilometer. Lokomotivführer Alberto Pérez berichtet, dass die 1600-PS-Maschine, die die Schmalspurbahn mit bis zu 70 Kilometern pro Stunde zieht, pro Tour etwa 1000 bis 1200 Liter Diesel schluckt. Das Netz der Eisenbahngesellschaft Feve, zu der auch noch der Hotelzug Expreso de la Robla gehört, hat eine Spurweite von lediglich 1 Meter. Es führt in der bergigen Gegend durch viele Tunnel, die noch niemand gezählt hat.
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| Mir gefällt die Arbeit im Transcantábrico sehr, weil ich mit vielen Menschen von überall auf der Welt zu tun habe. |
Frühstück an Bord
In dem 200 Meter langen Zug - der Transcantábrico war der erste Touristenzug Spaniens - finden bis zu 52 Passagiere Platz. Sie bezahlen für die Reise über 2000 Euro. Auch wenn die Kabinen mit Ausnahme der Privilege-Suite recht eng sind, fehlt es den Fahrgästen sonst an nichts. Das Frühstücksbüfett gibt es in den Salon-, Abendunterhaltung mit Livemusik in den Bar-Waggons.
Tagesausflüge über Land
Untertags steigen die Reisenden - wie auch auf einer Seekreuzfahrt üblich - in den Bus, um auf Ausflügen Land und Leute des Küstenlandstrichs zwischen Galicien und Baskenland kennenzulernen. Reiseführerin Andrea Ruiz und ihre Kollegen führen sie zum Beispiel in die Pilgerstadt Santiago de Compostela, nach Oviedo mit seinen präromanischen Kirchen, ins mittelalterliche Santillana del Mar oder nach Bilbao ins Guggenheim-Museum.
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| Allmorgendliches Defilee: Wenn die Gäste zum Ausflug aufbrechen, steht das Zugpersonal Spalier. |
Auf den Ausflügen steuern die Passagiere zum Essen gehobene Restaurants in sogenannten Paradores an, also den staatlich betriebenen Hotels in historischen Gebäuden. Gut 2000 Gäste sind jedes Jahr an Bord der beiden Transcantábrico-Züge. Im kommenden Jahr können sie auf noch mehr Luxus hoffen: Dann wird einer der Züge ausnahmslos mit den größeren Privilege-Suiten unterwegs sein. Könnte der berühmte Orient-Express als Vorbild für den Transcantábrico gedient haben? Reiseführerin Andrea bezweifelt dies: "Unter uns: Die Toiletten und Bäder sind bei uns viel besser."
Video zum Transcantábrico:
Eisenbahn-Romantik: Ein Film des SWR über den Transcantábrico auf Youtube
Termine und Preise 2011 für den Transcantábrico:
Transcantábrico Luxus
Transcantábrico Klassik
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