Gute Chancen für junge Finanzer
Finanzkasse in Amberg schafft neue Arbeitsplätze
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| Friedbert Seidel (links) und Heinz Donhauser in einem der leerstehenden Büroräume. |
"Der Rechnungshof hat im Jahr 2008 Synergieeffekte angemahnt", erklärte Landtagsabgeordneter Heinz Donhauser. Und er hatte eine gute Nachricht: In Amberg wird eine der beiden verbleibenden, erheblich vergrößerten Finanzkassen entstehen. Neben Weiden wird es dann die einzige Finanzkasse der Oberpfalz sein (statt bisher sieben). Ihr Zuständigkeitsbereich umfasst neben Amberg und dem Landkreis Amberg-Sulzbach künftig auch den Landkreis Neumarkt sowie den Landkreis und die Stadt Regensburg, während Weiden für die Finanzamtsbezirke Weiden, Waldsassen, Schwandorf und Cham zuständig sein wird.
Ein Grund für die Entscheidung, Amberg zu erhalten, war der Auszug des Staatlichen Bauamtes im Ämterzentrum am Kirchsteig. Das Gebäude gehört zu dem im Jahr 1988 gebauten Komplex, in dem auch das eigentliche Finanzamt untergebracht ist. Zurzeit ist es nur mit der Betriebsprüfungsstelle (2. Stock) und der zentralen Erbschafts- und Schenkungssteuerstelle (1. Stock) belegt. Das Erdgeschoss steht aber bis auf einige noch vom Wasserwirtschaftsamt Weiden genutzte Räume leer und bot sich für die Unterbringung der Finanzkasse geradezu an, zumal die Daten- und Telefonleitungen zum Finanzamt schon bestehen.
Insgesamt stehen 17 Büroräume mit einer Fläche von etwa 400 Quadratmetern zur Verfügung. Der Leiter des Finanzamtes, Leitender Regierungsdirektor Friedbert Seidel, dankte Heinz Donhauser "für seinen außerordentlichen und unermüdlichen Einsatz bei der bayerischen Staatsregierung für den Standort Amberg". Der Gelobte kannte die Örtlichkeiten schon: "Ich war früher hier Ingenieur beim Finanzbauamt."
Während also die Finanzkassen Schwandorf, Cham, Waldsassen, Neumarkt und Regensburg bis spätestens 2015 geschlossen sein werden, wird in Amberg gleichzeitig Personal aufgebaut. Gab es an jeder Finanzkasse bisher fünf bis zehn Planstellen, werden es künftig bis zu 30 sein. Mit 31 Vollzeitstellen rechnet Heinz Donhauser sogar: "Durch Teilzeitkräfte werde es wahrscheinlich sogar noch mehr."
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| Das Erdgeschoss des Ämterzentrums am Kirchsteig wird künftig die Finanzkasse beherbergen. Friedbert Seidel (links) und Heinz Donhauser in einem der leerstehenden Büroräume. Bilder: Harald Mohr |
Das Entscheidende aber ist, dass die geschaffenen Stellen kaum durch überschüssiges Personal aus den aufgelösten Finanzkassen aufgefüllt werden dürften. "Die Finanzämter sind drastisch unterbesetzt", erklärte Friedbert Seidel. Deshalb könne man die frei werdenden Kräfte gut vor Ort brauchen. Niemand werde daher gegen seinen Willen versetzt. Das bedeute wiederum, dass man in Amberg Stellen für junge Absolventen und damit neue Arbeitsplätze schafft. So würden allein in Amberg zurzeit 18 Steuersekretärs-Anwärter ausgebildet, die man gerne übernehmen wolle.
Auch rechnet man mit "Rückversetzern" aus München oder Nürnberg. Brauchen kann Friedbert Seidel jede Kraft. "Wir haben extrem viele Altersabgänge", der Altersschnitt seiner Mitarbeiter läge bei rund 50 Jahren. Zudem hätten die Finanzämter in den vergangenen Jahren neue Aufgaben übernommen, ohne dass das Personal entsprechend aufgestockt worden sei. Mit der Aufnahme des Betriebes in der neuen, vergrößerten Finanzkasse rechnet Friedbert Seidel "realistischerweise Ende 2013". Noch genug Zeit also für die jungen Anwärter, ihre Ausbildung fertig zu machen. Harald Mohr
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