Menschenrechte sehr aktuell
33. Erlanger Unitage: Erstmals geben Geisteswissenschaftler den Ton an
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| Stellten die diesjährigen Erlanger Universitätstage vor: (von links) Kulturamtsleiter Thomas Boss, Kulturfachkraft Marina Auer, Kulturreferent Wolfgang Dersch, Professor Karl Möseneder und Wolfgang Dandorfer. Bild: Harald Mohr |
Karl Möseneder, Universitäts-Professor für mittlere und neuere Kunstgeschichte und seit 2010 der Koordinator der Reihe, weicht heuer erstmals von diesem Grundsatz ab. Das Thema "Menschenrechte" wird fast ausschließlich von den geisteswissenschaftlichen Fakultäten abgedeckt. Lediglich beim ersten Vortrag am 28. Februar kommt ein Mediziner zu Wort, wenn auch keiner mehr, der mit Skalpell oder EKG zu Werke geht. Prof. Dr. med. Andreas Frewer M.A. hat auch einen Magister in Philosophie und ist inzwischen in Erlangen Professor für Ethik in der Medizin. Er wird sich mit der eher theoretischen Frage befassen, ob es ein Menschenrecht auf Gesundheit gibt.
Am 6. März wird ein Spezialist für Menschenrechte sprechen: Der Politikwissenschaftler, Philosoph und Jurist Dr. Michael Krennerich, in Erlangen beim Lehrstuhl für Menschenrechte und Menschenrechtspolitik angestellt und Vorsitzender des Nürnberger Menschenrechtszentrums. Sein Thema: "Soziale Menschenrechte im Aufwind".
Auch Prof. Dr. Hans G. Ulrich ist vom Fach: Bis 2008 war der Theologe Inhaber des Lehrstuhls für Ethik an der Theologischen Fakultät der Friedrich-Alexander-Universität. Er wird am 13. März über "Menschenrechte und die Praxis der Gerechtigkeit - zur Diskussion um christliche Impulse für eine Ethik der Menschenrechte" sprechen.
Privatdozentin Dr. Petra Bendel hat Politologie, Romanistik und Anglistik studiert und ist Geschäftsführerin des Zentralinstituts für Regionen-Forschung an der FAU. Am 20. März wird sie über "eine weitsichtigere Einwanderungspolitik im Sinne der Menschenrechte" sprechen.
Prof. Dr. Markus Krajewski ist Inhaber des Lehrstuhls für Öffentliches Recht und Völkerrecht an der FAU. Am 27. März wird man von ihm seinen Standpunkt zum Thema "Menschenrechtliche Pflichten multinationaler Unternehmen" erfahren. Karl Möseneder findet, das Thema Menschenrechte sei "ausgesprochen aktuell" und versprach "wir gehen auf lauter aktuelle Fragen ein".
Oberbürgermeister Wolfgang Dandorfer ist von der "unwahrscheinlichen Bandbreite" der diesjährigen Vortragsreihe begeistert. Er weiß aber auch: "Zu 50 Prozent sieht man darin bekannte Gesichter." Ob die fast völlige Beschränkung auf die Geisteswissenschaften neue Zuhörer anlocken wird, wird sich zeigen.
Wie jedes Jahr finden die Vorträge an den Dienstagen um 19.30 Uhr im Großen Saal des Rathauses statt. Der Eintritt ist frei (Einlass ab 19 Uhr). Das Programmheftchen gibt es zum Beispiel in der Bürgerinfo im Rathaus. Harald Mohr
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