Von Bürgerreporter/in Petra Scharf  |  08.02.2012  | Netzcode: 3133256  |  424 Mal gelesen.Beitrag einer OWZ-Bürgerreporter/in
Amberg

Ärztefortbildung des Onkologischen Zentrums zum Thema Lungenkrebs

Bild zu Ärztefortbildung des Onkologischen Zentrums zum Thema Lungenkrebs
Herr Dr. Marc Hinterthaner, Frau PD Dr. Antje Fahrig, Frau Dr. Melanie Steding, Herr Prof. Dr. Georg Späth.
Der große Seminarraum im Klinikum St. Marien war bis zum letzten Platz besetzt als Prof. Dr. Späth die Fortbildungsveranstaltung über Diagnostik und Behandlung des Lungenkrebses eröffnete. Die interdisziplinäre Lungenkrebsbehandlung am Klinikum ist seit einem Jahr von der Deutschen Krebsgesellschaft zertifiziert.

Zunächst stellte Frau Oberärztin Dr. Melanie Steding ausführlich die am Klinikum letzten Jahres eingeführte und rasch zur Routine gewordene endobronchiale Ultraschalluntersuchung (EBUS) der Lymphknoten einschließlich Gewebeprobenentnahme dar. Diese komplikationsarme Methode erspart einer ganzen Reihe von Patienten mit Verdacht auf Lymphknotenabsiedlungen ihres Lungenkrebses die bisher erforderliche Mediastinoskopie-Operation, bei welcher über einen Schnitt am Hals die betreffenden Lymphknotenstationen direkt mit chirurgischen Instrumenten aufgesucht werden.

Zu einem umfassenden thoraxchirurgischen Vortrag war der Leiter der Thoraxchirurgie am Universitätsklinikum Göttingen, Herr Dr. Marc Hinterthaner, eingeladen. Er ging in seinem Referat ausführlich auf die von allen an der Lungenkrebsdiagnostik und –therapie beteiligten ärztlichen Fachgesellschaften erstellten Leitlinien ein, welche auch am Klinikum St. Marien streng eingehalten werden.

So wird auch hier jeder Patient mit Lungenkrebs vor Beginn der Behandlung in der interdisziplinären Tumorkonferenz besprochen, bevor leitlinienkonform die für ihn optimale Behandlungsstrategie gemeinsam festgelegt wird. Diese besteht bei den Patienten mit Lymphknotenmetastasen im Mittelfeld der Brusthöhle zunächst in einer kombinierten Strahlen- und Chemotherapie, bevor sie bei Ansprechen auf diese Vorbehandlung dann operiert werden. Patienten ohne solche Lymphdrüsenabsiedlungen werden primär operiert. Besonders ging Herr Dr. Hinterthaner darauf ein, dass auch aufwändige bronchusrekonstruktive Eingriffe angezeigt sind, wenn mit diesen größere Lungenareale erhalten werden können (sog. bronchoplastische Lungentumoroperationen).

Die Leiterin der hiesigen Strahlentherapie, Frau Privatdozentin Dr. Antje Fahrig, konnte mit der genau lokal gezielten Bestrahlungstherapie (stereotaktische Bestrahlung) eine hochaktuelle, von ihr an ihrer früheren Wirkungsstätte, der Universitätsklinik Erlangen mitentwickelte Behandlungsform für diejenigen Patienten aufzeigen, welche trotz begrenzter Lungenkrebserkrankung nicht operiert werden können, weil sie aufgrund einer Vorschädigung der gesamten Lunge eine zu schlechte Lungenfunktion aufweisen.

Der zweite Teil ihrer Ausführungen befasste sich mit einer weiter optimierten Form der strahlen- und chemotherapeutischen Behandlung des Lungenkrebses. Die optimale Geräteausstattung am Klinikum erlaubt es ihr, durch häufige computertomographische Kontrolle des Tumors bereits während der laufenden Bestrahlungstherapie die Strahlungsfelder kontinuierlich den Erfordernissen anzupassen und so benachbartes Gewebe viel besser zu schonen als früher.

Abschließend ließ Herr Prof. Dr. Späth als Leiter des Lungentumorzentrums am Onkologischen Zentrum des Klinikums sämtliche im Laufe der Diagnostik und Behandlung von Patienten mit Lungenkrebs erforderlichen Methoden Revue passieren und konnte resümieren, dass bis auf die mittlerweile wieder in den Hintergrund getretene so genannte PET-Untersuchung am Klinikum sämtliche, auch die allerneuesten Methoden durchgeführt werden und die Lungenkrebsbehandlung daher zurecht von der Deutschen Krebsgesellschaft zertifiziert sei.

Selbstverständlich würde in die regelmäßigen Überprüfungsprozesse der Krebsgesellschaft auch die Qualität der Behandlungsergebnisse einfließen. Zum Schluss zeigte Prof. Dr. Späth noch einige prägnante Beispiele in St. Marien durchgeführter bronchoplastischer, also lungengewebssparender Operationen grafisch auf, bevor die von den Teilnehmern mit Spannung verfolgte und durch zahlreiche Diskussionsbeiträge bereicherte Veranstaltung nach insgesamt drei Stunden zu Enge ging.

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