Robin Hood würde staunen
Der moderne Bogenschütze nutzt High-Tech
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| Höchste Konzentration und Körperbeherrschung sind beim Bogenschießen erforderlich. Bild: Harald Mohr |
Erste Erfahrung: Man muss recht kräftig an der Sehne mit dem Pfeil ziehen. 150 bis 200 Newton entsprechend der Gewichtskraft von 15 bis 20 Kilogramm muss man mit dem rechten Arm aufbringen. Das klingt nicht nach viel, aber die rechte Hand muss dabei in eine unnatürlich Stellung nahe des Kinns gebracht werden. Das ist wichtig, weil dem Bogenschützen als Visiervorrichtung zwar eine Kimme, aber kein Korn zur Verfügung steht. Deswegen muss der Pfeil stets in einem genau definierten Winkel zum Gesicht abgeschossen werden.
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| Jugendleiter Markus Wiesnet und erste Schützenmeisterin Irene Übler stellten ihren Sport vor. |
Bogenschießen ist überhaupt eine Sportart, bei der das Sportgerät und der Sportler eins werden müssen. „Man muss ein Körpergefühl entwickeln“, sagt Jugendleiter Markus Wiesnet. Die Kunst ist nämlich, die richtigen Muskeln einzusetzen, sonst fällt einem nach dem zehnten Schuss der Arm ab. 72 Pfeile muss der Bogenschütze bei einem Wettkampf nacheinander abschießen, da sollte man seine Kräfte nicht gleich am Anfang verpulvern. „Man lernt auch, sich zu konzentrieren“, sagt der Jugend-Trainer. Nichts also für Zitterer. Oder doch? Bogenschießen sei sogar als Therapie für hyperaktive Kinder im Gespräch, stellt Markus Wiesnet richtig.
Jetzt im Winter üben die Sportler nur in der Sporthalle des Sonderpädagogischen Förderzentrums auf einer Distanz von 18 Metern. Im Sommer, wenn es wieder raus geht auf den städtischen Eislaufplatz, wird über eine Distanz von 70 Metern geschossen. Für den Anfänger erscheinen aber die 18 Meter schon unerreichbar fern. Die Zielscheibe wird deshalb nur wenige Meter entfernt aufgestellt.
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| Mit solchen Recurve-Bogen kann man auch bei den Olympischen Spielen antreten. |
Zack, der Pfeil ist draußen. Man sieht die Flugbahn nicht, denn der Pfeil ist mit rund 100 Kilometern in der Stunde unterwegs. Man sieht erst das Ergebnis. Beim dritten Versuch trifft der OWZ-Tester immerhin schon den äußersten Ring der Zielscheibe. Später würde der Abstand zur Scheibe immer größer und gleichzeitig die Scheibe immer kleiner. Wer den Sport ernsthaft betreibt, merkt schnell, dass es dabei unglaublich viel zu lernen gibt.
„Es ist ein hochkomplizierter Sport“, sagt Markus Wiesnet. Aber keine Sorge: Um als Jugendlicher einzusteigen, „reicht ein Holzbogen vollkommen aus“. Der sieht so aus, wie man sich einen Bogen vorstellt und ist für rund 70 Euro zu haben. Die Erwachsenen im Verein nutzen meist sogenannte Recurve-Bögen. Bei ihnen sind die Enden nach vorne gebogen, machen also eine „Gegenkurve“. In diesem Abschnitt des Wurfarmes wird am meisten Energie gespeichert, ohne dass man deswegen stärker ziehen müsste. „Recurve ist die olympische Klasse“, erklärt Markus Wiesnet. Zwischen 300 und 400 Euro kostet so ein Bogen.
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| Dass man das Ziel durch die Kimme sieht, heißt das noch lange nicht, dass man es auch trifft. |
Wer in die Details des Bogenschießens einsteigen will, sieht sich alsbald mit Physik konfrontiert, genauer mit der klassischen Newton’schen Mechanik. Allein die unzähligen verschiedenen Pfeile und ihre Flugbahnen sind eine Wissenschaft für sich. Zum Beispiel schwingt so ein Pfeil während des Fluges als stehende Welle. Der ganze Bogenschütze samt Bogen und Pfeil ist ein kompliziertes mechanisches System, das an vielen Stellen optimiert werden kann.
Doch am Anfang heißt es einfach nur: Treffen! Die Begeisterung am Bogenschießen scheint groß zu sein, denn für die Anfänger heuer im Frühjahr sind die Plätze schon voll. Man sollte also im Sommer erst einmal den Schützen bei ihrem Sport zuschauen. Die Erwachsenen üben ab April auf dem Eislaufplatz jeden Dienstag und Freitag von 17 bis 19 Uhr, die Kinder und Jugendlichen jeden Samstag von 10 bis 11.30 Uhr. Mehr Informationen gibt es auch unter www.bsc-suro.de. Harald Mohr
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| Auch Kinder und Jugendliche begeistern sich für das Bogenschießen. Bilder: Harald Mohr |
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