Angebot für psychisch Behinderte
Haus Waldnaab um Bereich "Beschütztes Wohnen" erweitert
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| Wegen der zur Verfügung stehenden Fläche musste das neue Gebäude zweimal geknickt werden. |
Bei der Eröffnung am vergangenen Freitag freute sich auch Dr. Heribert Fleischmann, der Ärztliche Direktor des Bezirkskrankenhauses Wöllershof. Für den "oft jahrelangen Gesundungsprozess" brauche man stationäre Einrichtungen wie diese. "Wir kooperieren auf Augenhöhe." Die "enge Verzahnung" solcher komplementärer Einrichtungen mit den psychiatrischen Krankenhäusern liegt im Trend. Gleichzeitig sank die stationäre Behandlungszeit in den Krankenhäusern. Anna Magin, die Psychiatrie-Koordinatorin des Bezirks Oberpfalz, erinnerte bei ihrer Festrede an die Vergangenheit. Noch im Jahr 1960 seien in der "Heil- und Pflegeanstalt Regensburg" lediglich 13 Ärzte und 222 Pflegekräfte beschäftigt gewesen, und das bei einer Bettenzahl von 1400. Die "Insassen" hätten Anstaltskleidung tragen müssen, eigene Schränke und persönliche Habe habe es nicht gegeben.
Den sich schnell ändernden Umgang mit psychisch Kranken spürte man an den Namensänderungen: Als "Königliche Kreisirrenanstalt" wurde das Haus im Jahr 1852 gegründet. Im Jahr 1962 wurde aus der jetzigen "Heil- und Pflegeanstalt" das "Nervenkrankenhaus", eine Bezeichnung, die aber nicht lange gefiel. Im Jahr 1978 entfernte man jeglichen Hinweis auf die Art der hier behandelten Erkrankungen und nannte das Krankenhaus fortan schlicht "Bezirkskrankenhaus". Doch noch 1968 war die Verweilzeit sehr lang: "Von 1330 Patienten verweilten 648 schon länger als fünf Jahre hier."
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| Schon die Grundausstattung der Zimmer wirkt hell und freundlich. |
Heute beträgt die durchschnittliche Verweilzeit im Bezirksklinikum Regensburg drei bis vier Wochen. Dies wurde auch ermöglicht durch die "komplementären Strukturen", zu denen auch das "Haus Waldnaab" gehört. Bettina Frost, die stellvertretende Leiterin des STZ Weiden/Tirschenreuth, umriss die Prinzipien in dem neuen Haus: "Alle wichtigen Lebensvollzüge wie Kochen, Waschen, Putzen erfolgen innerhalb der Wohngruppen und unter Einbeziehung der Bewohner." Schließlich sei das Ziel, den Bewohnern ein weitgehend selbstständiges Leben zu ermöglichen. Mit einem Stufenplan wolle man sich schrittweise an die "Teilnahme am Leben außerhalb der geschützten Wohngruppen" herantasten.
Mit dem 1,85 Millionen Euro teuren dritten Bauabschnitt habe man jetzt insgesamt 5,3 Millionen Euro in Tirschenreuth investiert, so Martin Weiß, der Vorsitzende der Geschäftsführung beim Sozialteam. STZ-Leiter Thomas Fehr freut sich darüber: Das neue Haus sei ein "weiterer Angebotstyp, der sich nahtlos in das abgestufte Unterstützungssystem des STZ einfügt". Harald Mohr
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| Anna Magin, Psychiatrie-Koordinatorin des Bezirks Oberpfalz. Bilder: Mohr |
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