Von Bürgerreporter/in Gattaut Peter  |  31.01.2012  | Netzcode: 3123186  |  186 Mal gelesen.Beitrag einer OWZ-Bürgerreporter/in
Tännesberg/Rieden

Peter Cornelius "rockt" Tännesberg

Telefoninterview mit Peter Cornelius

Bild zu Peter Cornelus "rockt" Tännesberg
Peter Cornelius.
Anlässlich des großen Oberpfalz-Festival in Tännesberg am 30. Juni 2012 mit Peter Cornelius und EAV konnte führte Bürgerreporter Peter Gattaut ein ausführliches Telefoninterview mit dem Wiener Liedermacher und Top-Gitarristen. Der in Deutschland erfolgreichste österreichische Singer- Songwriter wird als Hauptact nach EAV in Tännesberg das Sportgelände „rocken“.

Gattaut: Am 30.6.2012 bist du beim Oberpfalzfestival-Open-Air in Tännesberg zu Gast. Viele Fans warten gespannt auf Deinen Auftritt. Was erwartet die Cornelius-Fans in Tännesberg?

Cornelius: Es wird Songs aus allen Zeitepochen geben. Sowohl neue Sachen aus meinem letztem Album „Handschrift“ als auch alle bekannten Hits die meine Fans natürlich erwarten und erleben werden. Mit mindestens sieben Gitarren unter anderem einer 12-saitigen Rickenbacker wird Tännesberg gemeinsam mit meiner Band „gerockt“.

Gattaut: Du wurdest als exzellenter Gitarrenspieler sogar für einen Grammy nominiert und sammelst diese Musikinstrumente wie ein anderer Briefmarken, wie viele sind es momentan und wie erklärst du dir diese Liebe zur Gitarre und vor allem wie lebst du diesen Fetisch aus?

Cornelius: Momentan sind es exakt 80 Gitarren. Diese Sammelleidenschaft entstand aus meiner Kindheit heraus. Ich stamme aus sehr ärmlichen Verhältnissen, da war eine Gitarre damals einfach für mich und meine Eltern nicht erschwinglich. Aber natürlich steckt auch eine andere „Philosophie“ dahinter. Meine Gitarren werden fast nie neu bespannt. Für manche meiner Songs sorgen die „alten“ Saiten einfach für den entscheidenden „Groove“, die das i-Tüpfelchen „drauf“ setzen. Der Fetisch, wenn man es so nennen möchte, ist, dass alle Gitarren in regelmäßigen Abständen von mir benutzt werden.

Gattaut: Du bist ein bekennender John-Lennon-Fan. Inwieweit hat dich dieser Ausnahmekünstler zu deinen Songs inspiriert?

Cornelius: Mich haben die großen Genies der gesamten Musikepoche geprägt. Natürlich besonders John Lennon, aber auch Ray Davies von den Kinks oder später Bob Dylan. Für mich war es z. B ein Kuriosum als ich als Gast in der ultimativen Chart-Show von RTL erfuhr, dass ich als Singer-Songwriter in Deutschland einen Platz besser platziert bin als mein Idol Bob Dylan. Zuerst war ich entsetzt, doch jetzt kann ich mich zumindest mit dem Titel „bester österreichischer Singer- Songwriter in Deutschland gut anfreunden. John Lennon hat in gewisser Weise mein Leben verändert. Oftmals bin ich in New York am Dokata Building (dort wurde das Musikgenie 1980 erschossen), um diese Energie für mich aufzusaugen, die ich dort immer noch spüren kann.

Gattaut: Über was kannst du dich am meisten ärgern und freuen?

Cornelius: Ich freue mich immer sehr mit lieben Menschen einen Tag oder Abend zu verbringen, um sich so wohl zu fühlen, dass man in diesem Augenblick nirgends anderswo auf der Welt sein will. Ärgern kann ich mich sehr über die Profitgier einflussreicher Leute, die immer dreister zu Werke gehen. Wachsende Korruption und die Demokratie als „Wirtstier“, dass sind Schlagwörter die ich nicht mehr aus meinen Kopf verdrängen kann. Krankheiten oder sogar der Tod der Konsumenten manipulierter Lebensmittel werden der Geldgier untergeordnet, eine Sache die zum Himmel stinkt

Gattaut: Wie würdest du, wenn du könntest, die Welt verändern wollen?

Cornelius: Zuerst würde ich, wenn ich den sogenannten magischen Zauberstab hätte, den 48 Stunden-Tag einführen. Sonst würde die Zeit nicht ausreichen diese Welt zu retten. Ich würde Leute mit Charakter und Rückgrat in wichtige Positionen einsetzen, die zur Zeit leider brutal vergewaltigt werden.


Gattaut: Was unternimmt Peter Cornelius eigentlich außer Musik zelebrieren in seiner Freizeit?

Cornelius: Gute Gespräche mit meinen Freunden führen und die kostbare Zeit nicht mit unwichtigen Dingen vergeuden. Natürlich wird die Musik auch in meiner Freizeit immer eine übergeordnete Rolle spielen.

Gattaut: Was willst du unseren Lesern für das jung begonnene Jahr 2012 mit auf den Weg geben?

Cornelius: „Lasst Euch nicht von jedem Humbug, der durch das Dorf getrieben wird wahnsinnig machen.“ Wehrt euch gegen diese fassungslose Profitgier, die zur Zeit Formen annehmen und nicht mehr zu erklären sind. Ein Satz zum Schluss: Schaut genauer hin, lasst Euch nicht alles gefallen und setzt Euch zur Wehr – wir müssen uns nicht alles Gefallen lassen.

Gattaut: Vielen Dank für dieses offene und interessante Interview

Cornelius: Der Dank ist ganz auf meiner Seite. Wir sehen und treffen uns in Tännesberg

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